September 10

Volles Haus

Ein bisschen ist es, als würden wir nochmal rekapitulieren, wie das genau war, vor sieben Jahren. Aber anders ist es trotzdem. Die großen haben wieder Schule, und es ist erstaunlich stressig, wenn man nicht so richtig lange schlafen kann, und dazu noch den ganzen Tag zu tun hat.

Bei Till und Levi kann ich abkürzend aber nur sagen: Ich bin stolz auf die Männer, die beide grad werden, jeden Tag.

Da wir tagsüber bei weitem nicht mehr so viel mit Ihnen machen können, weil Fred viel Aufmerksamkeit braucht, und Kamilo inzwischen auch den ganzen Tag arbeitet, müssen Sie sich selber beschäftigen und auch mithelfen, und beides klappt richtig gut. Es nimmt zwar etwas überhand, wenn Sie Freunde besuchen wollen, und wir haben schon die ersten Unmutsbekundungen, spontan unsere Jungs an der Tür zu haben, aber das gehört dazu. Das haben wir ja schließlich vor drölf Jahren nicht anders gemacht.

Ab jetzt fahren Sie mit dem Fahrrad in die Schule, haben AGs und kochen hin und wieder. Levi wollte in die Englisch-AG, aber da die voll war, bekommt er zu Hause eine private Spanisch-AG, was er super findet. Till spielt jetzt noch Hockey und macht Mathe extra. Da dachten wir erst, es ist eine Nachhilfe, stellt sich dann für gute Mathe-Schüler heraus. Dafür haben wir aber keine Zeit mehr für Leseförderung, die Till echt nötig hätte. Aber die machen wir auch zu Hause, und abends lesen beide eine Seite der Geschichte, die es jeden Abend gibt. Das machen wir jetzt seit drei Wochen, und es ist schon erstaunlich, wie schnell beide besser werden.

In dem Zusammenhang hatten wir auch schon ordentlich Stress, denn Till hat im Zeugnis eine bessere Note fürs Lesen bekommen als Levi, wobei aber offensichtlich ist, dass es eher umgekehrt ist. Das war wohl unser erster Kontakt mit subjektiver Leistungsbewertung, und da können wir uns bestimmt noch warm anziehen. Levi hats aber inzwischen verkraftet und strengt sich umso mehr an, den Abstand zu halten. Den kann ich inzwischen Lesen lassen, ohne mit ins Buch zu gucken. Nur „Dilophosaurusei“ war gestern ein bisschen komisch.

Warum das Haus voller ist? Zuallererst natürlich wegen Fred, aber auch, weil wir den großen Tisch versuchen, effizient zu nutzen. Anlass war ein Abschiedsessen von AuPair-Kamilo und der Einstand von Mitbewohner-Kamilo. Die beiden sind sich übrigens erschreckend ähnlich, insofern ändert sich gar nicht so viel. Aber bei diesem Essen gabs Kolumbianische Empanadas gefüllt mit deutschem Gulasch, wahrscheinlich das Beste, was die Globalisierung jemals hervorbringen wird.

Nächste große Etappe in der Casa wird der Umbau sein. Das passiert wohl erst im nächsten Jahr, aber logistisch wird das spannend, weil quasi alle einmal umziehen müssen, und das in drei Etappen. Langweilig wirds uns wohl also erstmal nicht.


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Veröffentlicht10. September 2019 von Tino in Kategorie "Familie", "Hausbau

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