Januar 6

Raus aus dem alten Jahr

So ein Dezember ist eine recht Action-lastige Geschichte und nach dem letzten sehr kurzem Eintrag gibts diesmal wesentlich mehr zu berichten. Da wären zuerst mal all diese Weihnachtsfeiern, die viele Besuche erfordern, schließlich wollen die Jungs mal schaun, ob der Nikolaus auch bei den Omas was abgegeben hat. Der Nikolaus selber wurde bei Opa Lufti aufgepustet und Till hat nicht schlecht gestaunt, als aus einem Haufen rotem Stoff ein 4 Meter großer, lachender Kerl mit roter Mütze wurde. Weiter gings diesen Monat mit dem großen Backen. Die Jungs haben mit Oma Kekse gebacken, und waren stolz wie nie. Außerdem waren die Dinger auch noch lecker, was die Sache noch angenehmer gemacht hat. Dan kam irgendwann Merlin, ihr kleiner Cousin auf die Welt, was Levi und Till in einen seltsamen Modus von Fürsorgegebracht hat. Wir waren einen Tag nach der Geburt im Krankenhaus, und seitdem sind sie verrückt nach dem kleinem Kerl. Sie erzählen immer wieder, wo er wohnt, dass er immer müde ist, und haben auch schon Spielzeug gespendet. Ich glaube, das werden geniale große Cousins. Übrigens auch für uns faszinierend, weil wir echt vergessen hatten, wie klein so ein Neugeborenes ist. Kaum vorstellbar, dass unsere Meter auch mal so klein waren.

Alle hier freuen sich über den kleinen Familienzuwachs, der so süß lacht im Schlaf.
Willkommen, Merlin

 Die Feierei hörte aber jetzt noch lange nicht auf. Schließlich haben die Jungs auch Geburtstag. Damit sie den schönen Tag noch genießen konnten, haben wir ein wenig geschummelt und ihnen schon einen Tag früher vorgemacht, es sei ihr Geburtstag, damit sie freitags noch mit allen feiern konnten. War wohl echt schön, und auch ein bisschen traurig, denn es war gleichzeitig die Abschiedsfeier aus dem Kindergarten. Tatsächlich haben alle Erwachsenen, sowohl wir, als auch die Erzieherinnen mehr getrauert als Till und Levi, die einfach nur einen schönen Tag hatten, und den ganzen Tag lang Krone trugen. Der Kindergarten war ja ein privater, was zwar sehr teuer für uns war, aber von der Betreuung gerade in dem Alter 2 bis 3 Jahre absolut super war. Auch die Rückmeldung die wir über die Jungs und ihre Entwicklung bekommen haben, war sehr positiv, was uns natürlich freut und zeigt, dass wir wohl vieles richtig machen. Ich hoffe jetzt nur, dass die Jungs ihre Freunde und Erzieherinnen nicht zu dolle vermissen. Danke an das ganze Team im KiKu Rüsselsheim für das tolle Jahr!

Einen Tag später feierten wir gleich nochmal Geburtstag. Vorher aber haben wir unserem Weihnachtsbaum gekauft. Wie jedes Jahr, sind wir mit der ganzen Familie und dem Bollerwagen losgezogen. Neu war diesmal allerdings, dass nicht ich den Baum nach Hause gezogen habe, sondern Levi. Ich hab ihm einmal gezeigt, wie er den Wagen am besten zieht, und dann ist er einfach losmarschiert.

Diesmal mit Familie und Geschenken. Vielen Geschenken. Zu vielen Geschenken. Das war schon ein bisschen Vorgeschmack auf Weihnachten, denn ab einem gewissen Punkt fallen Till und besonders Levi in eine Art Schockstarre und können dann willenlos weiter zum nächsten Geschenk geschleppt werden. Interessant für uns war am Ende, dass das kleinste aller Geschenke sich der größten Beliebtheit erfreut: zwei Kinderscheren, die allerdings genauso scharf sind wie alle anderen auch. Wenn Till nicht genug Papier in der Nähe hat, geht die auch dufte durch den Ärmel oder die Hosenbeine. Finger sind bisher zum Glück verschont geblieben, was ich schon unter ziemlich guter Feinmotorik verbuchen würde.

Heiligabend dann war für die zwei sehr anstrengend. Der Tag ging normal los, aber ab dem Nachmittag kamen die Verwandeten und sogar Merlin vorbei. Süß war, das die Jungs wussten und auch sagten, dass man leise sein muss, weil Merlin „immer müde“ ist, aber hin und wieder haben sie’s auch einfach vergessen. Da im engen Kreis der Familie hier schon um die 10 Erwachsene und drei Kinder umfasst war es dann doch ziemlich belebt in unserem Häuschen und die Bescherung hat 2 Stunden gedauert. Der Weihnachtsmann kam auch wieder vorbei und diesmal hat Levi sich angeregt mit ihm unterhalten und Till nur in Schockstarre mit einem Finger in der Nase dagestanden und keinen Ton gesagt. Ich vermute mal, dass die Drohkulisse mit der Knecht-Ruprecht-Sache voll angeschlagen hat, aber das ist Spekulation. Bis dahin waren die Jungs total überdreht, danach aber war alles gut, und es gab erstmal nur Augen für die neue Werkbank und die beiden Werkzeugkisten. Ich denke, all unsere Wände müssten sich jetzt im besten Zustand befinden, so oft wie die repariert wurden. Natürlich wurde dann zwei Tage lang geschlemmt und nach zwei weiteren Tagen, die wir eher ruhig verbrachten, sind wir nach Eisenach gefahren um dort in einem kleinen Hotel Silvester zu feiern. Wir waren direkt unterhalb der Wartburg, die wir natürlich auch besucht haben, und hier haben uns die Großeltern super geholfen, die Kinder zu bespaßen, während wir vielleicht auch mal an einer Verringerung des Schlafdefizits arbeiten. Im übrigen sind die Großeltern allesamt das ganze Jahr über eine große Hilfe, aber vielleicht erwähne ich’s hin und wieder mal und sag lieber zu oft als zu wenig danke. Danke, dass ihr da seid!

Was sonst noch im Dezember passierte ist aber fast noch interessanter als all die Besuche und Feste. Till und Levi haben einen dermaßen rassanten Sprung in vielen Bereichen gemacht, dass wir wohl auch verstehen, dass sie hin und wieder etwas schlechter drauf waren. Beide reden gefühlt jeden Tag mehr, und vor allem miteinander. Wenn wir sie abends hinlegen, dann singen sie noch zusammen, reden miteinander und hecken Pläne aus. Wiebke ist mal abends ins Zimmer gegangen, um den Krach zu stoppen, da stand jeder in seinem Bett, hat einen Zipfel der Bettdecke in der Hand und Till brüllt „Segelschiff“. Levi macht es schon länger, aber auch Till fängt jetzt an, sich Liedtexte zu merken, und singt quasi den ganzen Tag lang über Edith, seine Badewanne. Affe in Afrika oder das Fliegerlied sind auch super im Rennen.

Wachsen tun sie auch, und das mächtig. Gerade haben wir wohl mal wieder einen Schub gehabt, oder haben ihn immer noch. In der Zeit sind die Füße fast um zwei Größen gewachsen und die Burschen im ganzen um 4 cm…. in nur vier Monaten. Das heißt wenn man genau hingeschaut hätte, könnte man ihnen beim Wachsen zu schaun: 1 mm in drei Tagen.

Wir haben ja noch ein paar Sinne. Unsinn zum Beispiel machen sie gerne, inbesondere Till nicht immer mit Absicht, aber ich gehe davon aus, alle Eltern machen diesbezüglich gleiche Erfahrungen. Da hilft wohl nur, Nerven behalten und standhaft bleiben. Erziehung ist ja ein Wettstreit um die besseren Nerven, und wir als Eltern dürfen den 20 Jahre lang nicht verlieren. Danach ist egal, wenn sie dann gewinnen, schmeiß ich sie raus 🙂

Nächster Sinn wäre Sehen. Oh und wie gut das klappt. Den Fernseher ansehen ist zum Beispiel total super. Zum Geburtstag hat der Uropa eine DVD geschenkt mit der Lieblingsmusik der Jungs: eine Live-DVD von Donikkl. Es war sicher nicht das erste mal, dass die Jungs vorm Fernseher saßen. Die Sendung mit der Maus, Sandmännchen, diverse Disneyfilme, wenn mal einer krank war und auf der Couch bleiben sollte (!!!) haben wir wohl geschaut. Das alles war nie lange interessant aber jetzt haben wir ein Monster geschaffen. Als die Jungs die Gesichter zu der Musik sahen, die sie schon so lange kannten, haben sie wie Zombies vorm Fernseher gesessen und waren aus eigenem Antrieb nicht mehr zu bewegen. Levi singt ja zumindest noch ein bisschen mit, aber bei Till fangen nach 10 Minuten die Augen an, zu tränen, weil er wohl sogar das Blinzeln vergisst. So muss wohl das „Kinder vor dem Fernseher parken“ funktionieren, werden wir aber wohl eher nicht machen, weils ein bisschen gruselig aussieht.

Und zuletzt dann noch die Sache mit dem Schmecken. Der Dezember ist wohl für Kinder der Monat, in dem regelmäßiges Zähneputzen am dringendsten ist (zu Weihnachten gabs übrigens von Oma auf Anraten der Zahnärztin elektrische Kinderzahnbürsten). Jeden Morgen nach dem Anziehen stürzten die beiden Hobbits zuerst an die Adventskalender und suchen das nächste Fenster. Die Kalender hingen übrigens in Reichweite und wurden nicht geplündert, wie wir erst befürchtet haben. Das allerdings könnte auch daran gelegen haben, dass einfach überall Süßkram ist. Ab Nikolaus hatte jeder einen Teller, auf dem die Schokolade gesammelt wurde, der dann auch zumindest einmal auf Anfrage vom Tresen genommen werden musste, damit sich jeder was aussuchen konnte. Dazu noch Kekse, Kuchen, und versteckte Resserven und der Zuckerspiegel kann auf einem stabilen Allzeithoch gehalten werden. Die Jungs waren ziemlich launisch im Laufe des Monat, aber gerade so beim Schreiben bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob es wirklich der viele Zucker war, oder doch der Entwicklungsschub. Belassen wir es dabei, dass wohl eine Mischung aus beidem erforderlich war.

Edit: Fühlen hatte ich vergessen. Wir haben Schnee gesehen, und der ist  richtig kalt! Dass man darauf mit einem Schlitten herum brettern kann, hat in der Theorie totalen Spaß gemacht, praktisch fand es aber nur Levi gut, weil Till gleich beim ersten Ausritt einen Überschlag gemacht hat, was ihm erstmal nicht so gut gefallen hat. Ich hoffe, es kommt im neuen Jahr noch etwas mehr Schnee, um einen neuen Anlauf zu wagen.

Zuguterletzt: Wir haben keinen Stress gemacht, aber in nur einem Monat sind die Jungs jetzt trocken geworden (tagsüber). Hätten wir nicht gedacht, aber somit gehen Sie ohne Windel in den neuen Kindergarten und das neue Jahr. Ein Jahr, was wohl noch mehr spannende Geschichten bereithält, aber lassen wir das mal auf uns zukommen.

In diesem Sinne: ein [hier ein bis fünf passende Adjektive nach Deiner Wahl einsetzen] Jahr 2015!

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Dezember 16

Neue Bilder

Der wo des Weihnachde erfunne had, muss nix zu dun gehabbd habbe….. sagt man hier so, glaub ich. Was für ’n Stress, aber eigentlich ein guter. Laternenumzug, Geschenke kaufen, Familienfest vorbereiten, Kekse backen…. soll ich weiter machen? Nein, mach ich nicht, aber Bilder gibts natürlich:

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November 8

Adieu sweet Mittagsschlaf

So ein Wochenende hat zwar lang nicht mehr diese Charakter von „Jeyy, wir können ausschlafen!“, aber dennoch konnte man sich ein Stück weit erholen, zum Beispiel, wenn die Jungs mittags geschlafen haben. Tja, schade, tun sie nicht mehr. Wir haben alles probiert, aber selbst Till in einen Schlafsack zu stopfen, damit er nicht mehr rumturnen kann, führt nur zu einer tragischen Arie, die man sich nicht sehr lange anhören kann. Also steht man wieder auf, ohne Erholung für Mama und Papa, und ohne Mittagsschlaf für die Herren Till und Levi. Wobei sie den natürlich schon noch brauchen könnten, denn nachmittags werden sie ziemlich launisch, aber alle Vorträge, die ich dazu bisher gehalten habe, werden mit großen Augen angehört, zugestimmt, aber letztlich trotzdem ignoriert. Übrigens  das gleiche Spiel, was wir auch im „Thronraum“ haben. Wir bekommen inzwischen schon mal zielsicher Rückmeldung, wenn die Windel ihren maximalen Füllgrad erreicht hat, aber leider selten eine Vorankündigung, was es ziemlich schwierig macht, die Junge rechtzeitig auf den Pott zu bekommen.

Wie bereits erwähnt, werden aber auch sämtliche Tipps meinerseits mit großem Enthusiasmus angenommen, um Sekunden später im Nirvana des „Papa hat da was gesagt, aber hab ich grad vergessen“ zu verschwinden.

Aber wir arbeiten weiter dran. Die Omas und Opas sind eine großartige Unterstützung, weil sie alles mitmachen ,und die Jungs dort sehr wohl noch schlafen, wenn man sie mittags hinlegt. Da der Oktober der Monat der tausend Geburtstage ist, haben wir auch schön viel Welt gesehen, und vor allem die Großeltern, wofür wir Eltern sehr sehr dankbar sind. Erholung ist anders, aber die Atempausen sind aktuell dringend notwendig.

Im November werden wir wieder mit Laternen rumlaufen, und dieses Jahr haben wir die Dinger im Kindergarten selber gebastelt. Ich glaube, die sind super schick geworden, und bin selber auf Bilder gespannt. So lange aber erstmal: der Herbstanfang:

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Oktober 7

Die letzten warmen Tage

Der Plan ist ja eigentlich, immer am Monatsanfang neues zu berichten, was so im letzten Monat passiert ist. Irgendwie habe ich das letzten Monat nicht geschafft. Zum einen, weil wir durch den Urlaub ja recht spät dran waren, zum anderen, weil wir wirklich viel erlebt haben, aber dabei gar nicht soo viele Bilder gemacht haben.

Till und Levi haben im Urlaub einen echten Sprung gemacht, den sogar wir bemerken, die sie jeden Tag um uns haben. Das hat aber nicht einfach aufgehört, und jetzt renn ich denen hinterher, wenn wir mit den Laufrädern und dem Hund losziehen, und man kann richtig mit ihnen spielen. Jetzt baut nicht mehr nur Papa die Holzeisenbahn auf und die Jungs zerlegen sie, sondern wir bauen zu dritt und spielen wirklich damit. Das funktioniert nun auch mit Puzzles, Bilderbüchern, und der riesigen Kugelbahn. Aber nun wollen Sie auch überall dabei sein. Kochen kann man nicht mehr alleine, und kriegt permanent Ratschläge von der Seite, weil Levi quasi ununterbrochen am Reden ist. Till macht auch super mit, ist zwar ein bisschen hinterher, kompensiert das das aber mit Lautstärke. Und er ist sehr laut.

Schinda hat ein super Schnäppchen gemacht, und zwei schicke Laufräder aus Holz besorgt. Das ist jetzt die nächste Größe, und die haben zwei völlig neue Eigenschaften:
1. Der Lenker lässt sich nicht mehr komplett drehen, weshalb der nun weniger blockiert und man fällt nicht mehr so oft hin.
2. Die Räder sind größer und echte Luftreifen, was die Geschwindigkeit drastisch erhöht hat.

Inzwischen kann ich mit den Jungs und Hund losziehen, und schaffe es irgendwie, die Herde beisammen zu halten. Da Levi sich meistens am Hund orientiert ist es sehr praktisch, dass wenigstens Mambo macht, was ich sage. Ohne Schuhe, in denen man auch mal Rennen kann, gehe ich aber nicht mehr los. So ein Ausflug funktioniert meistens echt gut, und ich als Erziehungsamateur vertrete so ein wenig die Taktik „Zuckerbrot und Peitsche“, verbal natürlich. Es ist schon viel zu sortieren, wenn wir zu dritt losziehen, und an einem Bach langlaufen, in den die Jungs jedesmal reinfahren wollen, wenn sie eine Ente sehen. Von außen ist das wohl schon ziemlich viel Rumkommandiere, aber mal ehrlich: Soll ich sie denn in den Bach fahren lassen? Der Hund reagiert auf positive Erfahrungen (Loben, wenn was richtig ist), die Katzen auf negative (Verbieten, was falsch ist). Bei den Kindern ist die Mitte der Weg, also lobe ich was richtig ist, und sage, wenn sie was falsch machen. Auch hin und wieder mal laut, aber nie beim ersten Mal. Alles in allem sind wir aber schon ’ne super Gang.

Das Ergebnis habe ich gestern gesehen, und ich war ein ganz kleines bisschen stolz: Die beiden haben die Tür vom Spielzimmer immer wieder auf und zugemacht. Einer stand draußen, einer drinnen. Irgendwann schlägt Levi von innen die Tür zu, aber Till hatte noch seinen Fuss auf der Schwelle. Ergebnis war ein riesen Geschrei, ein bisschen Blut und eine Runde Pflaster für alle auf den großen Zeh (zum Glück nichts gebrochen, was ich auch erstmal rauskriegen musste). Dabei habe ich beiden erklärt, dass es wohl nicht so clever war, mit der Tür zu spielen, zumal ich es mehrmals verboten hab. Als Wiebke abends heimkommt, erzählt Levi als erstes, dass er Till mit der Tür wehgetan hat und der nun Aua m Fuss hat. Fand ich super, dass er am Ende des Tages genau wusste, dass es ein Fehler war, aber den reflektieren (mir fällt grad kein besseres Wort ein) konnte.

Was wir noch so erlebt haben, kann sich auch sehen lassen, für nicht ganz zwei Monate. Besuch aus Düsseldorf von lieben Freunden, Besuch in der Fasanerie, große Party im Garten zu mehreren Anlässen (dafür hat man schließlich den Garten), Schwimmenlernen im Hallenbad (beide sind schon mindestens einmal ohne Festhalten gepaddelt) Keksebacken mit Mama, Feuerwehrfest, Zugfahren mit Oma und Uri, und natürlich alles was unter „Jugend forscht“ fällt (z.B. Was da wohl in dem Kissen drin ist?).
Ich dachte ja schon vorher öfter mal „Jetzt wirds spannend“, aber jetzt ist es schon wieder anders/besser/stressiger/geordneter: Herrje, von allem etwas, und nie alles gleichzeitig. Und weil ich’s nicht erklären kann, schreib ich auch einen Blog und kein Buch 🙂

 

PS: Nachtrag und Tipp für alle Eltern: Guckt immer erstmal in die Hosentaschen vor dem Waschen, ob nicht noch ein paar Steine drin sind. Das poltert ganz schön in der Trommel.

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August 19

Endlich Urlaub

Seit die beiden halben Helden auf der Welt sind, haben wir es nicht mehr geschafft, Urlaub zu machen, und davor war es auch eine Weile her. 4 Jahre, um genau zu sein. Höchste Zeit, mal wieder raus zu kommen, wobei das mit Kindern durchaus mal eine ganz andere Herausforderung ist. Eine Fahrt von 8 Stunden dauert bei uns dann gleich mal 12, weil eine kurze Pause nicht reicht. Wir sind schon extra nachts losgefahren, damit die Kinder wenigstens die Hälfte der Zeit schlafen. Fazit: Abfahrt in Nauheim um 1:30 in der Früh, erster Rast 3:30 Uhr nach mittelschwerem Protest von der Rückbank mit 1stündiger Unterbrechung auf dem Indoor-Spielplatz.

Auch schön war die Erkenntnis, dass wir nachts genau so viel Verkehr hatten, wie ich auf der gleichen Strecke zwei Wochen vorher am Tag. Der Grund war, dass wohl ganz Holland evakuiert werden musste, die aber praktischerweise wohl alle schon gepackt hatten, und in Deutschland viele Bundesländer Ferienbeginn hatten. Wir haben nicht schlecht gestaunt, wie viel Action auf den Rasthöfen war. Deshalb mussten uns verbotenerweise an den Rand stellen, weil kein einziger Parkplatz mehr frei war, und als wir in die Raststätte kamen, fragte Wiebke nur, ob der Laden grad überfallen wurde. Vermutlich war der sauberste Fleck weit und breit wohl die große Mülltonne am Ausgang. Traurig aber wahr.

10 Stunden später kamen wir dann aber in Südtirol an. Genauer, in St. Georgen am Hang über Schenna. Die Jungs hatten bis dahin sämtliche weiteren Versuche, sie wieder schlafend zu bekommen abgeblockt und waren dann abends auch nicht mehr allzu glücklich, aber das war zu erwarten und als sie dann im Bett lagen sind wir auch KO gegangen. Soviel zu Tag eins.

Die Georgenhöhe, unsere kleine Pension der Wahl und schon langjähriges Urlaubsziel – zumindest von Wiebke – war super zuvorkommend. Zum einen haben Lukas und Hannes, die Kinder des Hauses, eine super Animation geliefert … samt einer fast freiwilligen Freigabe ihres gesamten Spielzeugs. Zum anderen haben wir für Till und Levi ein extra Zimmer bekommen. An dieser Stelle eine dicke Entschuldigung: grad fällt mir ein, das ich vor der Abfahrt vergessen habe, die Steckdosensicherungen wieder zu ziehen. Die Jungs mochten ihr Zimmer total und fanden es super, in einem riesigen Doppelbett zu schlafen. Wenn ich richtig gezählt habe, sind sie auch nur dreimal rausgefallen.

Wo wir nun mal da waren, sind wir auch durch die Berge gewandert, wobei es mit zwei Kindern von 2,5 Jahren entweder ein Spaziergang mit leichtem Anstieg war oder Leistungssport mit 15 Kilo Ballast auf dem Rücken. Die Unverzagts waren so nett, uns ihre Trage und Manduka zu leihen, die wir für so manches Stück auch gut gebrauchen konnten. Ich als Papa mit mittelschwerer Höhenangst muss gestehen, dass ich wohl auf ewig Flachländer bleiben werde, aber mal so einen Urlaublang geht das schon.

Eine Sache, die man als Eltern auch lernt: Kinder sind ja in den eigenen vier Wänden am ehestens mal komplett sie selbst, wie zuvor schon erwähnt. Das tun sie auch, wenn in einer fremden Umgebung den ganzen Tag lang alle Großeltern und die Eltern um einen herumschwirren. Zweimal haben wir abends das Essen im Restaurant einfach abgebrochen wegen “unüberbrückbarer Differenzen”. Das sind solche Anfälle bei denen wir zu Hause einfach mal schreien lassen, bis sie wieder runterkommen, aber das will man in der Öffentlichkeit eigentlich keinem antun, was die Sache für uns Eltern schon hin und wieder ganz schön anstrengend gemacht hat.

Ich denke, alle Beteiligten waren abends sehr froh, wenn wir noch gemütlich beim Wein saßen, und die Kinder geschlafen haben.

Allzu viel mehr gibt‘s gar nicht zu sagen, beziehungsweise, ab hier kann ich auch Bilder sprechen lassen. Es war eine schöne Zeit, und jetzt hoffen wir mal, dass nächstes Jahr wieder genug Geld im Pott ist, für den nächsten Urlaub.

Es hat uns viel Spaß gemacht, und war die paar Strapazen allemal wert. Danke an alle Omas, Opas, Nordlichter und Tiroler für den schönen Urlaub!

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Juli 2

Die Könige der Party

Der Juni ist schon traditionell der Monat mit den meisten Feiern. Dieses Jahr wohl gleich noch eine mehr, denn Maren und Daniel haben geheiratet. Komischerweise konnte sich jeder in der Familie noch ganz genau daran erinnern, wie die Jungs vor einem Jahr ausgesehen haben, denn da hab ich ihnen das erste mal die Haare geschnitten geschoren. Aber das Zeug wächst ja nach, und dieses Jahr sahen die beiden unwiderstehlich gut aus.Was wirklich faszinierend ist, wir kriegen so viel Lob als Eltern, wie gut wir das machen und wie toll und zuckersüß die Jungs sind… und haben selber gar nicht das Gefühl, alles so sehr im Griff zu haben. Es ist ja nunmal so, dass Kinder sich nur dann richtig fallen lassen (ausrasten), wenn sie in vertrauter Umgebung mit vertrauten Gesichtern sind. Das heißt im Klartext eigentlich nur, dass es bei uns wahrscheinlich genau so viel Geschrei gibt, wie überall sonst, nur kriegen wir die Gründe dazu nur, wenn wir zu Hause und alleine sind. Sobald wir unter Leute gehen, sind sie tatsächlich purer Zucker, und da haben wir auch nicht wirklich was dagegen 🙂

Ich glaube, alle Eltern verstehen mich, wenn ich sage, dass wir immer versuchen, unser Bestes zu geben. Versuchen, weil es eben nicht immer klappt, und selbst wenn, reicht es nicht immer. Aber jedesmal wenn wir Levi und Till abends ins Bett legen, und sie uns müde und (fast immer) glücklich anschauen, ist alles gut und Grund genug, sich dem Stress wieder auszusetzen. Es sind doch tolle Jungs, und die Ecken und Kanten sind es wohl, die einen Menschen ausmachen.

Aber diesen Monat waren wir so oft unterwegs, dass sie kaum Zeit hatten, unsere Nerven zu strapazieren (Ich hab sogar das Gefühl, dass es schon wieder besser wird). Eröffnet wurde der Ausflugsmarathon zu Pfingsten mit dem obligatorischen Gehfussball.

Der halbe Geburtstag wurde gefeiert, zusammen mit Klara, Frieda und Damian, der auch Geburtstag hatte. Ach und ein paar Erwachsene waren auch da. Dann hatte Oma Katrin Geburtstag und die Hochzeit von Maren und Daniel kam auch noch. Im Übrigen ein toller Grund, dass sich die ganze Familie mal richtig schick machen konnte. Die Jungs waren natürlich ungeschlagene Sieger.

Jetzt ist es noch einen Monat und wir fahren das erste Mal zusammen in den Urlaub. So richtig, und lange. Die Planung dazu fängt jetzt schon an, was krass ist, wenn ich so dran denke, dass ich für den letzten Urlaub einen Tag vorher gepackt hatte und fertig wars. Das waren noch Zeiten…

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Juni 10

Trotz, Streit und andere Sachen zwischen Brüdern.

Aktuell ist es recht anstrengend mit den Jungs. Man entdeckt hier gerade, dass man anderer Meinung sein kann, was leider dazu führt, dass man immer auch anderer Meinung ist. Für Eltern recht anstrengend, zumal einer es immer probiert. Levi ist da noch recht pflegeleicht, weil er leise protestiert bis zu einem gewissen Grad. Till aber weiß um seine Lautstärke und nutzt sie ausgiebig. Wir haben da so einen Schrank in der Küche, den wir schon gefühlte 10mal leermachen wollten, es aber immer wieder weggeschoben haben mit so Worten wie „irgendwann normalisiert sich das“ oder „der Schrank ist bald uninteressant“…. nein!

Es handelt sich dabei um den Schrank wo ein paar Tütensuppen für den Notfall, allerdings ansonsten sämtliche Zutaten zum Backen als auch die Cornflakes befinden. Also ein prall gefüllter Schrank voller Puderzucker, Blockschokolade, Nüssen aller Art, Schoko-Flakes, Honig-Flakes, Zuckerperlen in allen Formen und Farben zur Deko…. Kurz gesagt, ein unwiderstehliches Angriffsziel für zwei Jungs, die gerade frische und völlig unversehrte milchzähne ihr eigen nennen.

Mit Till kann man meckern, wenn er mal wieder mit einer Dose Zuckerperlen ankommt, dann bringt ers schnell zurück. Aber sobald man wegschaut, rennt er direkt wieder hin. Er hat auch gelernt, dass Warten und auf Nummer Sicher zu gehen nichts bringt, lieber gleich losspurten und die Zeit maximieren, um die Dose aufzudrehen. Der Fairness halber (oder um nur den halben Ärger zu kriegen) wird die Beute schnellstmöglich noch mit Levi geteilt. Also soziales Bewusstsein ist top , außer vielleicht, wenn der andere grade das Spielzeug hat, was man in exakt diesem Moment unbedingt selber braucht.

Hier den Drahtseilakt zu gehen, und ihnen klarzumachen, was sie nicht dürfen, ohne gleich ein riesiges und dementsprechend lautstarkes Drama auszulösen ist nicht einfahc und wir haben das auch noch nicht geschafft. Wir glauben aber, dass Levi hier manchmal schon merkt, dass es einfacher wäre, uns nicht dauernd zu ärgern. Seit ein paar Tagen schimpft er auch auf seinen Bruder ein, wenn der mal wieder was plant. Till derweil scheint aktuell unbelehrbar aber wir arbeiten dran.Im Moment wird durch Wetter viel getruken, und Till hat irgendwann mal gesehen, wie wir Blumen giessen also kippt er seinen Apfelasaft da auch immer dran. Inzwischen sollte er aber wisse, dass das nicht ok ist, aber dazu folgender DIalog:

Till: Apfelsaft!

Tino: Hast Du schon alles ausgetrunken?

Till: Ja.

Tino: Und Du hast es nicht an die Blumen gekippt?

Till: Nein.

Tino: Schwindelst Du mich an?

Tilll: Ja.

….

Das alles natürlich unter zuckersüßem Rabaukengrinsen. Aber besser wirds nicht mehr, nur anders, sagen zumindest alle. Zum Glück wird jeder Murks durch ebenso geniale Dinge ausgeglichen, das macht alles wieder wett.

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Mai 5

zweimal Keule, einmal Ostern

Ich warte ja schon seit Monaten drauf, dass ich mal sagen kann „nichts passiert, alles total normal“, aber das scheint es nicht mehr zu geben. Dieser Monat war dabei ein Highlight, denn so viel Action hatten wir den ganzen Winter nicht. Da es wieder warm ist, sind die Zwillies fast jeden Tag draussen, und man merkt, das tut Ihnen echt gut. Dank diverser Geschenke und einer Spende aus der Nachbarschaft, haben wir auch einen sehr stattlichen Fuhrpark, der tagtäglich auf Herz und Nieren geprüft wird.

Till hatte nun nach langer Vorbereitung seine OP an den Daumen, die notwendig wurde, weil beide Finger nicht gestreckt werden konnten. Gemacht haben wir das nach mehrfacher Empfehlung in der Uniklinik Frankfurt, was zwar etwas weiter zu fahren war (nunja, 30 Minuten, kein Drama), aber im Nachhinein eine sehr gute Idee war. Die Handchirurgie dort ist bestens auf Kinder eingestellt und hat sich rührend um Till gekümmert. Wir wussten zwar schon vorher, dass die OP kein Drama ist, und waren dementsprechend nur etwas besorgt wegen der Vollnarkose, aber das Team dort hat sich sehr bemüht und aus unserer Sicht alles richtig gemacht. Tills Kuscheltier, Frau Igel, durfte mit in den OP, und am Ende wurde gabs eine Tapferkeitsurkunde, die jetzt über seinem Bett hängt. Wir wissen wo wir hingehen, wenn es mal wieder eine OP braucht.

Vor Ostern wurde das alles vorbereitet, bis hin zur Vorbereitung vor Ort und am Dienstag danach war dann direkt OP- Termin. Es war etwas mehr zu machen, als vorab angenommen, was dazu führte, dass die Hände nicht nur zwei Tage, sondern eine ganze Woche zur Faust gewickelt waren. Das fand Till überhaupt nicht gut, und da hat man erstmal gemerkt, wie sehr er mit seinen Händen arbeitet. So war er dann schnell frustriert und brauchte viel Hilfe, aber es ging schon nach zwei Tagen gut genug, dass er wieder in den Kindergarten gehen konnte. Am vorletzten Tag vor dem Verbandswechsel kam ich dann auf die Idee, ihm den Löffel einfach unter die Binde zu klemmen, um ihn nicht füttern zu müssen. Ich hätte ein Video davon machen sollen. Till war so glücklich und euphorisch, dass man einfach mitlachen musste. Da ging einem echt das Herz auf.

Als der Verband wieder runter war, fing das Spiel wieder von vorne an; jetzt waren die gesunden Finger das Problem, denn die waren ja nun eine Woche zur Faust eingewickelt und taten wahrscheinlich  etwas weh beim Bewegen. Auf dem Schnitt war nur noch ein Pflaster und am nächsten Tag war alles wieder wie immer, außer natürlich, dass „Daumen hoch“ jetzt möglich ist.

Aber es ist ja noch viel mehr passiert. Zum einen wäre da ein neuer Grill, der den fast 20 Jahre alten Kugelgrill abgelöst hat. Das Teil war ein super Schnäppchen ist aber schon echt beängstigend groß. Ich denke, mit nur vier Leuten zu grillen unterfordert das Biest maßlos. Da werden wir demnächst mal einen Kapazitätstest machen müssen, wenn das Wetter passt.

Und weil das noch nicht gereicht hat, war da ja auch noch Ostern. Seit wir in der Casa wohnen, haben wir jedes Jahr ein Brunch für die Familie gemacht. Seit zwei Jahren nun gibts auch noch ein Restebrunch mit Freunden, weil jedesmal viel zu viel übrig blieb. Das macht uns immer wieder Spaß und wir sind gespannt, ab wann die Leute am Ostersonntag einfach mal ohne Einladung aufschlagen.

Die Bilder von den letzten vier Wochen wurden dreimal ausgesiebt, damit wir wenigstens unter 100 kommen. Was übrig blieb, ist aber umso sehenswerter -> Galerie

 

April 14

Draussen

Unser Garten wird gerade schwer umgebaut. Wir haben so eine kleine Terasse vorm Haus, die aber umwuchert war von mehreren Hecken und sterbenden Nadelbäumen. Die wurden vernichtet und Wiebke bastelt sich einen Staudengarten. Die Jungs fanden das super, denn mit einem Gegenstand ihrer Wahl, der mindestens zwei Räder hat, kann man jetzt super den Hang runterbrettern.

Krank ist jetzt zum Glück keiner mehr. Das war auch mal wieder nicht schön. Wie haben so viele Medikamente wie noch nie auf dem Tisch gehabt, und die Hälfte davon sollte man alle zwei Stunden verabreichen. Ich (Tino) hab auch wieder zwei Tage mit Fieber brachgelegen und konnte nicht allzuviel machen, außer die Kinder vom schlimmsten Murks abhalten und regelmäßig füttern.

Jetzt gehts auf Ostern zu, und wir haben wieder viel zu volle Wochenende. Aber, der neue Grill ist bestellt und es ist ein Bombenteil. Die Küche kann jetzt den Sommer über kalt bleiben, wi machen alles nur noch draußen 🙂

April 8

Kia Ora Frühling

Der März war ein Kindergartenmonat. Also angefangen haben wir etwas holprig, weil Levi auf die Bretter gegangen ist. Diesmal wars eine Mandelentzündung. Der Blog hier ist übrigens super, denn ansonsten hätten wir schon längst den Überblick verloren, was wir jetzt schon alles hinter uns haben. Woran man übrigens merkt, dass man wesentlich zu oft zum Arzt geht ist, dass man beim Betreten schon mit Namen begrüßt wird. Aber damit waren wir auch erstmal durch für drei Wochen. Drei Wochen! Ohne Unterbrechung! Also, nur Tino war krank, aber sonst keiner! Anfang April dann aber mit einem Schlag wieder das volle Paket: Bronchitis, Eitrige Mandeln, Mittelohrentzündung am Kommen, genau wie die Bindehautentzündung. Soll ja nicht langweilig werden

 

Mehr später, hier aber zumindest schonmal ein paar Impressionen aus dem März.