Januar 28

Hups

Grad merk ich, dass die Dezember-Bilder ja noch gar nicht da sind. Viel neues gibts auch nicht zu berichten, außer dass die Ausformung der Persönchen auf vollen Touren läuft. Sie spielen jetzt öfter zusammen, aber Levi auch gerne mal alleine.

Ihnen beim Spielen zu zu schauen macht auch echt Spaß, denn inzwischen bauen Sie ganze Szenen auf und überlegen sich auch, was, wo, wieso stehen muss. Blöd nur, wenn dann der andere eine völlig andere und sowieso viel bessere Idee hat. Aber das wird schon.

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Dezember 5

Zwei Brüder

Also erstmal: ich liebe die Jungs. Wirklich! Sie sind toll, empathisch, clever (meistens zu sehr) und zumeist auch echt nett. Als sie noch kleiner waren, war es so friedlich. Es gab eine Zeit, da haben sie glücklich die Decke angestarrt. Dann kam die Zeit, als die die Gegend erkundet haben, Sachen wurden immer höher gelegt (vorbei, inzwischen kommen sie sogar auf den Tresen ohne Stuhl), dann wurde gebrabbelt, und jetzt kommts: etwas später, so mit 2-3 fangen die ja an, zu reden. Inzwischen singen Sie, schreien und weinen. Manchmal glaub ich, sie machen diese Dinge in Rotation den ganzen Tag lang, was natürlich nicht stimmt, aber ich sag Euch, es ist anstrengend, rauszukriegen, was grad das Problem ist.

Wir haben jetzt auch den Moment erreicht, wo ich so langsam verstehe, warum so viele Menschen den den Hut vor Zwillingseltern ziehen. Die Sache ist nämlich die: Zwillinge sind es zwar, aber jetzt kommt so langsam durch, dass es zwei völlig verschiedene Menschen sind. Sie haben unterschiedliche Vorlieben, Freunde und vor allem, unterschiedliche Arten, sich zu beschäftigen. Friedenstäubchen und Krawallbürste, ich überlasse euch, die Spitznamen zu verteilen 🙂

Dass Levi grad total auf Rosa steht, gerne Mama werden will und auf dem Spielplatz rumbrüllt, dass er ein Mädchen ist, mag seltsam sein, aber ist uns völlig egal, denn der Opa wollte ja eh ne Enkelin 😉 Aber ernsthaft, wir sind ziemlich baff, was es so für Sprünge gibt. Till würde einen großartigen Sektenanführer abgeben, so wie er seine Freunde laut trompetend anführt. Levi hats da im Moment echt schwer, denn er hat zwar gute Ideen, aber wenn Till die Meute kontrolliert, hört keiner mehr auf Levi und der ist dann schnell deprimiert. Wir wissen jetzt, dass es eine gute Idee war, die beiden im Kindergarten zu trennen, denn beide machen sich wohl super in ihren Gruppen. Schwierig wird’s halt, wenn diese beiden Welten aufeinander treffen, was ja nun mal jeden Tag passiert.

Für alle, die noch ein wenig Erziehung vor sich haben, gibts noch einen Tipp: Wettet nicht mit Euren Kindern! Frühstück mit Cornflakes, beide Jungs ballern sich die Schüssels voll mit Berg obendrauf, und ich versuch zu verhindern, dass wir jedesmal die Hälfte wegwerfen müssen. Da alles nicht ankommt, sag ich so: „Levi, ich wette hundert Euro, dass Du das niemals aufisst!“ In Levis Geist muss jetzt in riesigen Lettern HERAUSFORDERUNG ANGENOMMEN! durchgerauscht sein, denn dann gings los (vielleicht mit mittelschweren Ermutigungen von Mama). Das Kind sah mehrfach aus, als würde jeden Moment sein Gesicht explodieren, aber tatsächlich war die Schüssel am Ende leer.  Tja nun, ich bin für konsequente Erziehung, also hat das Kind nun eine riesige Drachenritterburg bekommen, die Levi sich selbst ausgesucht hat. Tjaaja, auch wir lernen jeden Tag.

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November 5

Wie alt bin ich?

Derletzt hatten wir ein Feedbackgespräch im Kindergarten. Till und Levi sind dort in getrennten Gruppen, wobei getrennt durch ein offenes Konzept eher relativ ist. Aber was wir da so gehört haben, war doch echt interessant.

Till ist halt ein Rabauke und obwohl er wohl anfangs recht schüchtern war, weiß jetzt jeder, dass man ihn besser im Auge behält wenn man nicht gleich irgendwas putzen möchte. Bei Levi wars aber doch mit ein paar Überraschungen gespickt. Wir wissen ja, dass der junge Mann schonmal auf stur schalten kann. Modern gesagt heißt das wohl vertikales Planking, sprich: der Junge man mag etwas nicht, und bleibt dann einfach wie eingefroren stehen, guckt böse, und schiebt die Unterlippe auf maximale Entfernung nach draussen. Natürlich gibts dazu auch noch eine verbesserte Version mit hysterischen Geschrei und Abschalten der Außenwelt. Im Kindergarten ist das wohl aber bisher nur einmal passiert in dem Jahr, wir allerdings zählen zu Hause schon nicht mehr. Erzählen tut Levi auch nicht so viel, meistens kommt nur ein „im Kindergarten wars nicht schön“, allerdings wissen wir, dass es wohl schon recht cool war. Wenn ich frag, was sie so gemacht haben, krieg ich selten Mal eine Antwort. Erstaunlicherweise wissen Sie seit Wochen nicht, was  sie mittags gegessen haben, wenn ich um vier Uhr nachmittags frage. Von der Erzieherin haben wir aber dann erfahren, das Levi faktisch ALLEs erzählt, was er daheim so erlebt, und das wohl auch keinesfalls unterbrochen werden darf, auch wenn er damit einen ganzen Vormittag füllen könnte. Das fanden wir schon ziemlich bemerkenswert, weil das ja irgendwie bedeutet, dass der Kopf funktioniert.

Alles in allem wurden beide in den höchsten Tönen gelobt, was Eltern ja grundsätzlich schonmal super finden. Jetzt sind Sie aber wohl schon durch mit dem Kindergarten und fragen fast jeden Tag, wie lange es noch dauert, bis sie in die Schule gehen können. Da nachmittags auch Hortkinder da sind, haben sie schon die Schulranzen entdeckt, und haben die wohl auch schon Probe getragen. Da die Jungs wählen dürfen, ob sie 2017 oder 2018 eingeschult werden, hab ich schon eine grobe Tendenz, wie sie sich dann wohl entscheiden werden, zumal alle Freunde entweder gleich alt oder älter sind. Dazu hab ich derletzt übrigens einen interessanten Bericht gelesen, der im Fazit besagt, dass das Alter der Kids nicht über ihre Leistungsfähigkeit in der Schule entscheidet (zumindest „verwächst“  sich das spätestens nach einem halben Jahr), sondern vielmehr das soziale Umfeld wichtig ist, damit sie klarkommen. Und ein soziales Umfeld haben sie.

Der Pizzamann begrüßt Wiebke mit Handschlag und fragt, wie es den Jungs geht, bei der Reinigung sind die Zwillinge wichtiges Thema und sowieso im Supermarkt können wir auch nicht mehr ohne die beiden einkaufen gehen, ohne nach Ihnen gefragt zu werden. Ist schon irgendwie schön auf dem Dorf.

 

Ansonsten ist wieder Oktober, was mit sich bringt, dass die halbe Famile Geburtstag feiert. Deshalb waren wir viel unterwegs und haben viel gefeiert, aber die Jungs kann man in einem Hotel ganz gut ablegen,… wenn man die Fernbedienung vom Fernseher gut versteckt. Halloween haben sie jetzt auch mal gesehen, und nächstes Jahr werden wir wohl auch Bonbons sammeln gehn.

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Oktober 13

Waruuuuuuum?

Vor kurzem war einer unserer höheren Chefs hier. Er, Engländer hat uns erzählt dass er von seinen Kindern das „Power of why“ gelernt hat, sprich, alles und jeden mit einem Warum zu hinterfragen. Das Thema hatte ich schonmal angerissen, aber aufgrund der Aktualität gehe ich mal ins Detail.

Grundsätzlich find ich das super, und das ist wohl auch der beste Weg, damit Kinder die Welt verstehen. Aber es ist so anstrengend! Ich hätte so viele Beispiele, die ich jetzt hier in Dialogform niederschreiben könnte, aber trotz all der Masse schon vorhandenen Textes würde das ernsthaft den Rahmen sprengen.

Nicht selten ist die einzige Option aus diesem Kreis auszusteigen die Notbremse. Wir nennen das die „Isso“-Regel. Die ist mindestens genau so wichtig wie der Notpool oder Jungs niemals ohne Sicherheitstuch zu wickeln. Genaugenommen ist sie genauso simpel wie wichtig: Wenn Mama oder Papa sagen „Das ist so!“ (Isso), dann ist das so.

Uns hilft das sehr, also meistens. Naja manchmal. Wenn ich so drüber nachdenke, kommt danach meistens immer noch wenigstens ein „Warouuum?“ aber zumindest kann man ab diesen Moment auf die gottgleiche Erhabenheit von Eltern über die Dinge referieren.

Und sonst so? Die Jungs haben glaub ich dieses Jahr das erstem Mal richtig Notiz vom Herbst genommen. Sie wissen auch, dass nach dem Herbst der Winter kommt, und wenn der da ist werden sie älter und der Weihnachtsmann kommt.

Wichtiger aber noch ist, das die Flora flächendeckend anfängt, sich nackig zu machen.Wir haben Walnüsse, Äpfel, Kastanien und Eicheln gesammelt und alles soweit wie möglich weiterverarbeitet. Fanden alle Beteiligten ganz gut, wir vor allem, damit sie auch sehen, wie das alles zusammen gehört. Ich habe noch nicht rausbekommen, wieviel Walnüsse ich noch knacken muss, bis die Jungs keine mehr essen wollen oder können. Die Latte liegt auf jeden Fall ziemlich weit oben. Ich entwickele gerade eine Unverträglichkeit gegen Äpfel wegen massiver Überdosis und wir haben keine Streichhölzer mehr im Haus, um weitere Kastanien-Tiere zu bauen, desweiteren bin ich nur knapp an einer Sehnenscheidenentzündung vorbei geschrammt, weil ich zu viele Kastanien gebohrt habe. Aber: die Kinder fanden’s gut, und das ist wichtig.

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September 1

Ruhe? Kenn ich nicht

Hooray, endlich neue Bilder. Der Sommer war ein guter und neigt sich nun wohl dem Ende, aber ich denke, wir haben die Hitze gut genutzt. Der Pool hat seinen Dienst getan und wird jetzt nicht mehr geflickt, der Not-Pool tuts für eventuell heiße Tage noch eine Weile (Ja, liebe Eltern, ihr braucht einen Not-Pool, alles andere wollt ihr nicht erleben).

Unser Urlaub war gelinde gesagt ein Knaller. Dank des Großfamilienurlaubs im letzten Jahr waren wir schon vorbereitet, dass die Jungs in vielen Bereichen eine kurze Lunte haben und schnell eskalieren, wenn sie was nicht mögen, hielt sich aber total im Rahmen. Was aber wirklich anstrengend ist, ist die Kommunikation. Es gibt nämlich nur ein paar Stunden ohne, und das ist, wenn sie schlafen. Ansonsten quakt Levi ununterbrochen. In den meisten Fällen fängt er an zu reden und weiß eigentlich noch nicht was er sagen will, also also einfach wieder von vorne anfangen, die Eingebung kommt bestimmt. Till redet nicht so viel (so ein Glück), macht das ganze aber durch Lautstärke (so ein Pech) wieder wett.

Idstein wurde übrigens wohl für diesen Urlaub gebaut, denn ein Großteil der Gaststätten und Kneipen ist in verkehrsberuhigten Bereichen. So konnten wir die Jugns einfach rennen lassen. Glück Level2 ist, dass es zwei sind, und die beiden beschäftigen sich großartig miteinander. Fangen spielen, irgendwo rumklettern, irgendwas, Hauptsache laut… die sind schon ziemlich kreativ.

Erlebt haben wir wahnsinnig viel, es gab zwar auch „lazy days“, schließlich waren wir im Urlaub, aber Zoo, Vergnügungspark Burgerkundung, Indianersuchen, Schwimmen und jeden Tag woanders SchniPo essen waren im Programm.

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Juli 14

Ein Kindergeburtstag ist kein Kindergeburtstag

Ich dachte ja wirklich, unsere Jungs sind extrem laut, wenn Sie zusammen herumtollen. Da geht aber noch wesentlich mehr als wir dachten, vermutlich auch weit hinter dem, was das menschliche Ohr noch wahrnehmen kann.

Die Jungs durften sich Freunde einladen, und Sie haben ordentlich Gebrauch davon gemacht. Ein paar Kinder konnten nicht, dann gab es viel Fluktuation in der Geästeliste, weil manche Kinder je nach Tagesform Freunde waren oder eben nicht. Am Ende waren es 5-7 Kinder, und die waren mal richtig laut. Wir waren ein klienes bisschen fertig am Abend und das Klingeln hat sich noch eine ganze Weile gehalten. §Eigentlich wollten wir draussen feiern und Grillen, aber das Wetter war nicht so stabil, was uns nach drinnen verbannt hat, zum Glück aber war es nicht nass, sodass die Kids ums Haus rennen konnten, was sie auch gefühlte 2000mal gemacht haben. Diese kleinen Dinger werden einfach nicht müde. Naja doch, werden sie schon, aber erst wenn man sie dann ins Bett packt, ich glaub, so schnell sind Till und Levi noch nie eingeschlafen.

Zwei ziemlich große Geschenke gab es, die wohl auch echt gut ankamen. Zum einen haben die Jungs jetzt einen Reckorder im Spielzimmer, damit sei dort ihre Musik hören können. Es fehlt zwar ncoh ein wenig der Umgang mit den CDs aber wenn mal die ersten zwei nur noch hüpfen, wird das sicherlich auch besser werden. Das zweite Geschenk war ein Fahrrad für jeden, und das war echt ein Kracher. Wir haben uns vorher schon schlua gemacht über Größe und dergleichen und dabei auch gelernt, dass es besser ist, gar nciht erst mit Stützrädern anzufangen, wenn die Kinder vorher schon Erfahrung mit Laufrädern hatten, und damit ihr Gleichgewicht zumindest schonmal kennengelernt haben. Also gabs Räder ohne Stützen, und Levi freut sich, schnappt sich ein Rad, und fährt einfach los! Einfach so! Als würde er das schon ein Jahr lang machen. Ich glaube bis heute (drei Wochen später) ist er ein einziges Mal richtig Hingefallen, und das auch nur, weil er mal testen wollte, wie sehr man rumschlenkern kann bevors passiert. Till hat leider nach einer Probefahrt an der Feier keine Lust auf Fahrradfahren, aber ich arbeite jeden Tag daran. Vielleicht muss ich mal alle Alternativen verstecken, dann muss er Laufen oder Lernen 🙂

Ansonsten genießen alle Beteiligten den Sommer. Durch ein paar Feiern, haben die Großeltern die Jungs auch oft gesehen, und das finden die super. Letzes Bisschen Action war eine Fischrettung, als Wiebke ein paar Koi’s im Bach gefunden hat. Vier Stück ans Tierheim gegeben, zwei haben es sogar geschafft, das ist ne ziemlich gute Quote. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich mal einen ganzen Schwung neue Nachbarn kennengelernt und eine invasive Art auf unserem Bach gedrängt. Hätten wir natürlich ohne die Jungs niemals geschafft.

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Juni 10

Die Mama hat aber gesagt…

Es musste ja irgendwann passieren. Nachdem wir jetzt zwei Jahre lang die Sprachbarriere überwunden haben, uns ein paar Vokabeln draufgeschaft und gemerkt haben, dass jeder Mensch eine eigene Meinung haben kann, war der Schritt zum letzten Punkt nur eine Frage der Zeit.

Widerworte sind ja normal, schließlich sollen die beiden ja eine Persönlichkeit entwickeln. Aber alles auf einmal ist schon echt anstrengen, denn jetzt werden Mama und Papa auch gegeneinander ausgespielt. Wenn der erste was verbietet, könnte es ja der nächste erlauben. Dazu noch Levis Entdeckerdrang in Form des Warum-Spiels und Tills Kompensation durch schiere Lautstärke. Inzwischen reden wir scheinbar nicht genug mit den Jungs, denn sobald wir draussen sind, werden auch wildfremde Leute auf dem Spielplatz oder an der Eisdiele angesprochen und teilweiße gestalkt, hauptsache, jemand fängt diesen Redeschwall auf. Wir wissen auch gar nicht so genau, was die Jungs den Leuten dann erzählen, denn so schnell konnten wir gar nicht hinterherwetzen, um sie zu stoppen.

Anfang des Monats waren wir in Worms auf dem Spektakulum (gemeinhin auch Mittelaltermarkt genannt), Till wollte unbedingt noch Ausrüstung haben, also haben wir ihn ausgestattet. Ich hab ihm dann erklärt, dass er mit dem Holzschwert auf sein Schild schlagen muss, um andere Ritter zum Duell zu fordern. Ich denke, er hat keinen einzigen ausgelassen, und es waren wirklich viele vor Ort. Zum Glück ist keiner drauf eingegangen, nur einmal wars knapp, als eine der Wachen seinen Zweihänder gezogen hat, aber alles noch dran. Levi war schon mit einem Speer zufrieden, gut für uns.

Till hat nun nach fast einem halben Jahr Schnupfen und Mittelohrentzündung kurzfristig eine OP bekommen, nachdem die Homöopathie nicht gewirkt hat. Jetzt hat der Man Gold im Ohr und keine Polypen mehr. Scheint tatsächlich zu helfen, denn jetzt hat Levi die schlechtere Nase, aber hören tun sie beide nicht auf uns 🙂

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Mai 12

Hallo Sonne

Es funktioniert tatsächlich! Es ist warm, und die Jungs sind gesund.  Jetzt wo die Grillsaison flächendeckend eröffnet ist, geht’s allen gut, was super ist. Der Sandkasten ist neu befüllt (keine Ahnung, wo die inzwischen 300kg Sand hin sind), die Laufräder sind fit und die Eisdielen haben auf. Alles ist gut!

Es gibt da allerdings zwei Bildern, die so ein bisschen aussehen, als wären wir ausgeraubt worden. Ist nicht ganz so schlimm,  die Jungs haben morgens nur beschlossen, dass Sie unbedingt Salzteig machen müssen. Da aber keiner von beiden sich das Rezept gemerkt hat (Salz, Mehl, Wasser), wurde halt einfach auf Verdacht alles reingekippt. Die richtigen Zutaten waren übrigens auch dabei, dazu allerdigns noch 10 Eier, Zucker, diverse Tee’s, Milch, O-Saft, Windbeutel, Nüsse, und bestimmt noch ein paar Sachen, die mir grad nicht einfallen. Ich war so frei, das zu entsorgen, bevor der Pappkoffer nachgeben konnte.

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April 7

Stresstest der Notdienste und viel mehr

Fast zwei Monate habe ich nichts mehr geschrieben und das war absolut nicht der Plan. Geplant war aber sowieso nur das wenigste, was wir in der letzten Zeit so an Terminen hatten. Angefangen haben wir ja mit den Viechern, die Till so übel zugerichtet haben, welche bis heute übrigens unerkannt geblieben sind, wobei wir immer noch auf Bettwanzen tippen. Das war nicht ganz rum, da fiel die Heizung aus, weil eine Reserveanzeige nur kosmetisch begründet an den Zähler gebaut wird. Sobald der Zeiger den obersten Rand erreicht, ist Schicht, und nichts heizt mehr. Aber mit drei Heizlüftern und einem Dieselkanister am Brenner kann man viel überbrücken und inzwischen ist lange alles wieder warm bei uns. Aber zwischen medizinischem Notdienst, dem Kammerjäger und dem Heizungsnotdienst ist irgendwann unser Gulli im Grundstück übergelaufen. Also Kanalnotdienst her und mal mit schwerem Gerät alles wieder freibuddeln. An dieser Stelle sei gesagt, dass man Kinder auf keinen Fall im Bad mit einer vollen Packung Feuchttücher alleine lassen soll. Kostet bis zu tausend Euro, je nachdem, wie gut ihre Ideen damit sind.

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Aber das waren die Tiefpunkte. Wirklich schön war Fasching dieses Jahr, denn die Jungs hatten viel Spaß mit ihrem Kostüm, und praktisch war es auch noch. Beide als Bauarbeiter neben den Karnevalszug zu stellen lief super, denn so ein Helm schütztsehr gut vor fliegenden Bonbons. Am Ende hatten wir einen Sack von 5 Kg voller gepresstem Zucker. Die Krankheiten haben wir auch gut platziert, so dass zu Fasching beide gesund waren und in den Kindergarten gehen konnten.

Alles in allem freu ich mich sehr, wenn wir mal wieder solider über der 15-Grad-Marke sind, denn von Erkältungen haben wir alle genug. Zwischendurch hatte das Wetter ja auch schonmal eine Fahrradtour oder längere Zeiten im Garten zugelassen, aber mehr wäre immer schön. Zu Ostern, was ich am Ende noch bei den Bildern dabei habe, hatten wir auch jeden Fall Glück und … genau: Massen von neuem Zucker. Vielleicht machen wir nächstes Jahr einen Familienwagen beim Faschingsumzug, zum Schmeißen haben wir jedenfalls genug 🙂

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Februar 18

Uuuuuund SPRUNG!

Der Januar ist schon lange rum, aber es ist so viel passiert. Vorab schon mal der Grund: wir haben den Kindergarten gewechselt. Und der Unterschied ist heftig.

Im Alten, waren Levi und Till ja in einer U3-Gruppe, was sie mit 2-3 Jahren dort zu den ältesten gemacht hat. Sie haben viel geholfen, wurden dafür viel gelobt, und waren ziemlich gute große Brüder. Dann der neue Kindergarten: ab drei Jahren mit Hort. Dort sind sie jetzt mit die jüngsten, und das macht alle anderen dort zu potentiellen Vorbildern. Ich glaub, das ist jetzt der größte Sprung, den wir seit dem Laufen hatten. Jetzt wird herumdiktiert, was Mama und Papa zu machen haben, mit eher mäßigem Erfolg, was wiederum zu Stress führt. Man entwickelt ein Bewusstsein für Besitz, und damit gleich ein sofortige Annektierung von ALLEM. Will es jemand anders haben… genau… gibt’s Stress. Levi hat grad seine stillen Tage, aber den ganzen Januar ist er im Prinzip Wiebke oder mir hinterher gelaufen, und hat unentwegt geplappert. Über alles, entweder seine Geschichte des Tages, oder einfach alles nochmal, was Papa und Mama gesagt haben, besonders, wenn Till gerade eine Ansage bekommt. Aus dem Grund wurde eine neue Regel eingeführt: es redet nur einer. Ich denke, wir alle wissen, was dann passiert. Richtig, Stress!

Also gibt es extrem viel Geschrei, aber inzwischen wird auch gesungen. Ich habe etwas gemacht, was sich voraussichtlich in 2 Monaten als Fehler herausstellt, nämlich die Trommeln für die Jungs freigegeben. Till, findet das total gut, hören sicher auch die Nachbarn. Levi hat derweil die Gitarre für sich entdeckt, und schon haben wir eine Band zusammen. Levi ist auch ziemlich gut, was Texte angeht, Till hat seine Inselbegabung in schierer Lautstärke gefunden. Kann man alles gebrauchen, bestimmt…

Aber noch viel spannender sind die kleinen Ding im Leben. Also die richtig kleinen. Ungefähr 4-6 Millimeter lang, sehr vermehrungsfreudig und hungrig auf Blut von Till.

Wir sind uns noch nicht so ganz sicher, aber nach fast 30 Stichen und vielen unruhigen Nächten haben wir wohl Hauswanzen. Erst dachten wir, eine ziemlich fiese Mücke sitzt irgendwo im Zimmer, aber wir haben keine gefunden. In der zweiten Nacht ist Till spät wach geworden, hat geweint und sich gekratzt. Wieder alles an den Wänden angesucht, aber nichts gefunden. Am nächsten Tag haben wir ihm die Fingernägel geschnitten, und die komplette Bettausstattung, neu bezogen und ausgetauscht, da Levi bisher nicht einen Stich hatte. Nicht nett, aber wir mussten schnell eingrenzen, und Levi wurde auch nicht gestochen, sondern wieder Till. Jeder, der Bilder von den Stichen gesehen hat, sagte direkt, dass das Bettwanzen sein könnten. Also hab ich dann einmal alles sauber gemacht, am Tag vorher hatte ein Arzt schon diverse Sachen ausgeschlossen. Da wussten wir schon mal: die Krätze ist es nicht. Die Komplettreinigung hat leider auch nichts gebracht, also doch mal den Kammerjäger angerufen, und seit einer Woche schlafen beide Jungs in unserem schönen Wasserbett, und wir auf der Couch. An dieser Stelle bin ich so unendlich froh, dass wir hier viel Platz haben. Eine Drei-Zimmer-Wohnung hätte uns in diesen Tagen noch viele unschöne Nächte bereitet.

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