März 4

Wenn der Schnee nicht zu uns kommen will…

…kommen wir eben zum Schnee. Gesagt getan. Wiebke hat einen Kurzurlaub im Schwarzwald klargemacht. Ort der Wahl war nach Prüfung des Wetterberichts Freudenberg. Der Schnee lag zwar schon ein paar Tage, aber mit einem Schlitten konnte man da immer noch ordentlich den Berg runterbrettern. Kamilo hat den Schnee ziemlich gut überstanden. Keine Erkältung und abgefroren ist auch nix.

Zu Fasching kann ich leider nicht viel sagen. Die Jungs haben sich als Ninjas verkleidet. Kostüm war wohl gut, denn wir haben sie nicht gefunden. 😀

Januar 30

Alles Neue im guten Jahr

Es bahnt sich an, dass dieses Jahr ganz spannend wird. Uri ist jetzt in Idstein und damit wesentlich näher an der Familie, was alle super finden.

Die Jungs haben mit Kamilo einen Glückstreffer gelandet, denn er kümmert sich rührend um sie, und unternimmt so viel mit Ihnen, was Wiebke und ich zeitlich überhaupt nicht stemmen könnten. Den wollen wir nicht mehr hergeben, aber müssen das wohl leider, denn AuPair sind auf ein Jahr maximal limitiert. Bis dahin ist es aber noch ein bisschen Zeit ins Land, da kann noch viel passieren.

Die wohl wichtigste Neuigkeit ist aber, dass gegen alle Erwartungen doch nochmal Nachwuchs im Anmarsch ist. Damit haben wir irgendwie nicht mehr gerechnet, aber freuen uns umso mehr (und haben auch ein klitzekleines Bisschen Angst), was da wohl auf uns zukommt. Eigentlich war die Planung dann doch abgeschlossen, nachdem es einmal schiefgegangen ist (was uns auch ein kleines Bisschen Angst macht), aber das wird schon. Ich bin jetzt nur gespannt (und ein kleines Bisschen ängstlich), ob es ein zweiter Till wird. Dann lauf ich hier nur noch mit Gehörschutz rum.

Also wie gesagt, alles spannend, die Familie ist jetzt schon größer geworden, und wird weiter wachsen. Wie gut, dass wir grad alles Geld für den Ausbau von Bad und Balkon verpulvert haben. Wir werden mal sehen, wie all die Leute ein eigenes Zimmer bekommen können. Wenn wir’s wissen, sagen wir Bescheid.

PS: In diesem Leben werde ich wohl nicht mehr lernen, Schlittschuh zu fahren. Das überlass‘ ich anderen Leuten, jetzt wo die Knochen langsam spröde werden.

Januar 21

Schrankenstein

Da sind wir wieder. Jetzt erstmal nur kurz, aber ich habe Unmengen von Bildern der letzten Wochen sortiert und in die Alben gepackt. Nach Jahren der Planung und Monaten des Bauens sind wir in den letzten Zügen von Projekt „Schrankenstein“. Ich gestehe, die Ideen, die ich dazu am Anfang hatte, decken sich kaum noch mit dem Endprodukt, aber im positiven Sinne. Besser hätte es kaum werden können, aber seht selbst. Ein alter Tresorschrank, 17 Schubladen, zwei große Körbe, 150 KG Holz und jede Menge Youtube-Tutorials später ist ein echt schickes Teil dabei entstanden, und es ist in Familienprojekt an dem alle beteiligt waren. Die Schubladen, durften Freunde bemalen und da jeder Freiheit hatte, seinen Stil einzubringen, ist es ein schicker, bunter, und ziemlich schwerer Klotz geworden, aber seht selbst:

Dezember 25

Weihnachtszeit

Das Jahr ging mal schnell rum. Vor Weihnachten hatten wir jedes Wochenende reichlich zu tun. So viel, dass Planen echt schwierig war. Das waren bei mir (Tino) allein 7 Weihnachtsfeiern, plus die eine wichtigste. Leider habe ich nicht allzu viele Bilder davon, aber immerhin der Ausflug ins Aquarium und der Weihnachtsbaumkauf sind festgehalten.

Und dann war da ja noch Weihnachten. Zitat des Tagen dürfte wohl von Till kommen, der bei der Bescherung zu mir kam und mir ins Ohr flüsterte „Der Weihnachtsmann redet wie der Opa!“ Trotz der Skepsis haben sie es aber mal geschehen lassen, und soweit ich das erkennen kann, hatten alle einen schönen Tag. Das allerdings ist wahrscheinlich das letzte Jahr, dass wir den Weihnachtsbaum dort stehen hatten, denn Schrankenstein hat den Platz übernommen. Da der Schrank so um die 150 Kilo wiegt, wird der wohl so schnell nicht mehr umziehen, aber dazu woanders mehr. Hier die Bescherung in Bildern:

Und später noch mehr. Jetzt habt ihr ja schonmal fast alle Neuigkeiten.

Oktober 30

Der große Bruder

Wenn Kinder größer werden passiert immer mal wieder etwas, womit wir nicht gerechnet haben (Leberwurst out, Salami-Nutella-Toast in), oder aber auch Dinge, die man langfristig planen muss, um nicht am Ende ohne Abendessen dazustehen. Die Jungs kamen ja nun in die Schule, und die endet bekanntermaßen in der ersten Klasse schon zur Mittagszeit, was uns entweder einen Job gekostet hätte, oder wir eine Möglichkeit finden mussten, Betreuung zu gewährleisten, denn eines ist klar: alleine lassen heißt Haus abreissen!

Da die Schulkindbetreuung nicht allzu schnell reagiert hat, und wir erstmal auf einer sehr langen Warteliste standen, mussten Alternativen her. Da wir ziemlich großartig sind, Pläne zu machen, waren es zuletzt fünf Optionen, die wir klären mussten. Die Großeltern konnten nur zum Teil helfen, private Möglichkeiten waren sehr begrenzt oder ohne Lottogewinn nicht umzusetzen und so ging es weiter. Dann kam Option F: Wir schaun mal, ob wir ein Au-Pair finden. Das fanden die Jungs erstmal gar nicht schön, denn damit war die Aufteilung der Zimmer dahin, und sie mussten weiterhin zusammen wohnen. Aber nach ein bisschen Geschiebe wäre die Option total einfach: das Spielzimmer wird Gästezimmer, Büro dann Spielzimmer, und das Büro zieht um in die Bibliothek. Lässt sich total einfach aufmalen, aber am Ende haben wir fast drei Wochen gebraucht, allen umzuräumen. Die Kids konnten wir dann auch überzeugen mit dem Lagerplatz für ihr Spielzeug, denn die Aktenregale haben wir im Spielzimmer (formerly known as Büro) gelassen. Also gut, räumlich ist das machbar, also nächster Schritt, Steckbriefe lesen. Wiebke hat mit einer Agentur gesprochen und unsere groben Wünsche geäußert. Die sind natürlich wie immer außerhalb der Norm. Wiebke wollte ein spanischsprachiges AuPair, ich wollte ein männliches, da die Jungs das durchaus gut kennen, und ich das gelinde gesagt einfacher fand. Die Agentur hat uns dann mal einen Bogen geschickt, der wohl ganz gut passen könnte.

Kurz gesagt: wir haben uns exakt diesen einen angeschaut und sonst keine weiteren. Kamilo heißt der junge Mann, hat drei kleinere Geschwister und kommt aus Nordkolumbien. Wir waren ziemlich begeistert und haben uns zum Videochat verabredet um einen gegenseitigen ersten Eindruck zu bekommen, dann ein zweites Mal mit den Jungs damit auch sie wissen, was auf sie zukommt und dann musste alles nur noch eingetütet werden. Anfang August dann kam Kamilo an und hat einen Tag später unsere Jungs getroffen, die noch bei Oma waren.  Traditionell sind die ja bei Erwachsenen, die sie nicht kennen erstmal vorsichtig. Hier war es so, dass Kamilo nach drei Minuten ins Spielzimmer gezerrt wurde und erstmal eine halbe Stunde nicht mehr weg durfte. Seit wir „Plan F“ verfolgt haben hatten wir nicht einmal Zweifel und ich glaube auch nicht, dass da noch welche kommen. Wir sind uns ja bewusst, dass ein Zusammenleben auch immer Reibung erzeugt, aber Kamilo passt so unglaublich gut in diese Familie, dass wir ihn schon ganz gerne behalten würden. 

Die neue Planungsliste steht, und wird jetzt durchgearbeitet, wir sind alle gespannt wie es weitergeht aber auch nicht minder optimistisch. Vielleicht als Schlusswort die Antwort von Kamilo, wenn wir fragen wie es ihm bei uns so geht: „I’m in heaven.“ 

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September 26

Heimwerker-King

Projekt Badezimmer! Da war jede Menge zu tun, und inzwischen haben wirs fast geschafft. Das Bad ist endlich fertig, was natürlich nicht einfach so durchlief, sondern an allen Ecken hakte. Letztlich aber konnten wir das Ding fertigstellen, und es ist super schick geworden. Als ich so die Galerie durchgeschaut habe, bin ich nach dem letzten Bild wieder auf das erste mit dem Ursprungszustand gewechselt, das nebeneinander ist schon irre. Wenn wir jetzt noch den Balkon fertig bekommen (was wahrscheinlich dieses Jahr nicht mehr passiert), dann ist auch erstmal wieder Ruhe. Der ganze Kram muss ja auch erstmal bezahlt werden *schluck*

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Aber das ist ja nur eine Randnotiz, gleich – oder vielleicht auch in den nächsten Tagen – geht es weiter, denn es passiert grad so viel. Ich musste 1000 Bilder sichten und filtern! 

Juli 25

Bromfietspad!

Heißt übrigens Motorradstrecke auf holländisch. Und da, wo man so spricht haben wir Urlaub gemacht, mit einem Wohnmobil. Die Kids haben ja immer gute Ideen, was sie gerne für einen Urlaub haben wollen, und dieses Jahr war das eben ein Campingtrip mit dem Haus unterm Po. Da wir leider nicht so viel Zeit hatten wir wir gerne wollten, musste der ursprüngliche Plan, nach Spanien zu fahren, weichen, und wir haben die Entfernung etwas reduziert, um auch etwas mehr als Autobahnen zu sehen. Das war auch eine sehr gute Idee, denn unsere Nachbarn sind bestens vorbereitet. Die 12 Tage mussten wir uns gut einteilen, und so haben wir vier Stationen gemacht, wobei wir nur die ersten beiden vorab geplant hatten. Erster Halt war Erkemederstrand kurz vor Amsterdam, ein schöner großer Platz, allerdings sehr windig. Da haben wir dann auch gleich KnowHow gesammelt: Markisen finden Seitenwind nicht so gut. Das Problem haben wir später dann auch in den Griff bekommen (Camper drehen, Heringe ruhig auch mal benutzen) aber haben abends dann doch ganz schön zugig gesessen. Die Jungs haben es sehr genossen, dass wir sie auch alleine losziehen ließen. Der Platz war ja mit Straßen durchzogen, sodass der Weg zurück nicht zu schwer war, und gleich auf dem ersten gab es mindestens fünf Spielplätze. Die erste Nacht war etwas anstrengend, weil sich Levi nachts mehrmals erschrocken hat, ab Nacht zwei war das aber alles schon vorbei, und sie haben ihr Hochbett geliebt. Erstaunlicherweise durften wir morgens noch recht lange schlafen, weil sie ziemlich leise gespielt haben. Der Start war somit aber fast optimal.

Zweite Station der Reise war dann die Nordseeinsel Texel. Wir waren auf einen Platz mitten in den Dünen, und der Weg zum Strand war mit den Fahrrädern an Bord auch kein Problem. Die Reise dahin allerdings könnte man als episch bezeichnen. Traditionllerweise kommt man mit einem Auto noch am besten auf eine Insel, wenn man eine Fähre benutzt, so auch wir. Was ich leider dabei übersehen habe ist, dass das Navi sich dabei zurückgesetzt hat, und nur auf „Texel“ stand.

  • Dieser Endpunkt war mitten in der größten Stadt auf der Insel.
  • Im Zentrum der Altstadt.
  • Einer Fusgängerpassage.
  • Mit richtig engen Gassen.
  • Und einem gerade laufenden riesigen Volksfest.

Da stand ich dann so mit meinem Schlachtschiff von Campingbus, aber die ansässigen Ladenbesitzer waren superfreundlich und haben mir geholfen, da wieder rauszukommen. Aber ich hätte vollstes Verständnis, wenn die meine Hirnaktivität ernstlich in Frage gestellt haben.

Station drei war nicht minder eigenartig. Wir wären gerne länger auf Texel geblieben, aber da alles ausgebucht war, mussten wir weiter. Dafür haben wir einen ganzen Abend lang gesucht und letztlich einen Platz bei Rotterdam gefunden. Da fahren wir so gemütlich drauf zu und dann tauchte der Hafen vor uns auf. Rotterdam hat ein riesiges Hafenareal, Ich meine 4stellige Dock-Zahlen gelesen zu haben, und ein Großteil der Fläche ist zugebaut mit Raffinerien und Schwerindustrie. Das blieb auch so, als wir noch 10 Kilometer auf dem Tacho hatten, und vor meinem geistigen Auge sah ich die Jungs schon im Hafenbecken planschen. Allerdings 3 Kilometer vor Ankunft wurde es mit einem Schlag sehr idyllisch und letztlich kamen wir in Brielle an, was wohl der schönste Platz des Urlaubs war. Brielle ist ein Städtchen auf einer ehemaligen Festungsanlage an der Hafeneinfahrt. Umrahmt von einer sternförmigen Kracht, und bestens touristisch erschlossen. Der Campingplatz dort war wohl ein Platz hauptsächlich für Dauercamper, und rammelvoll, da wir an einem Samstag ankamen, aber die Leute dort waren zuckersüß und haben uns sehr geholfen, uns da heimelig zu fühlen. Dort hatten die Jungs auch ihre erste Nacht im Zelt, weil sie das unbedingt wollten, und wir genug Stellplatz dafür hatten. Ich hätte fest mit einem Abruf gegen Mitternacht gerechnet, aber nein, sie haben souverän durchgezogen. Einen Tag haben wir auf der Seenplatte rund um Brielle verbracht mit einem gemieteten Boot. Alle fandens großartig, besonders wenn wir in Bugwellen der größeren Schiffe fahren konnten. Superschön, kann ich nur empfehlen, auch ohne Camper.

Letzte Station dann habe ich leider vergessen, aber auch da kamen alle auf Ihre Kosten. Für die Kids gab es Minigolf und einen schönen großen Pool, Wiebke hat Mambo zu einer Fahrradtour in die Umgebung ausgeführt und an der Bar gab es Mojitos 🙂 Ein würdiger Abschluss für einen schönen Urlaub. Aber günstiger als ein Pauschalurlaub in Spanien ist es leider auch nicht.

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Juli 2

So schmeckt der Sommer

Ja wie schmeckt denn der Sommer. Soweit ich das beurteilen kann dieses Jahr massiv nach Staub (zumindest, wenn man gerade die Fließen von einer Wand hämmert) und Holzspähnen (weil ja wahrscheinlich alle hier grad einen Schrank selber bauen). Aber das ist jetzt erstmal erledigt, denn im Moment ist das Bad in Endeinrichtung. Die Bilder dazu hab ich bisher in meiner kleinen Schreinerei abgelegt, zwar hab ich nur kaputtgemacht, aber wenn ich mal den Aufwand sehe, Elektriker, Trockenbauer und Sanitär-Einrichter unter einen Hut zu bekommen, hätt‘ ich’s fast selber machen können. Das hätte dann aber nicht gut ausgesehen, also lass ich dass lieber die Spezialisten machen.  

Zum Thema Holzspähne kommt so viel zusammen in den letzten Wochen. Aus Gründen musste mein Büro umziehen, die Kids wollten einen Saftstand haben und das Projekt Frankenstein ist endlich in der nächsten Phase. Schrankenstein ist ein Schubladenschrank, der aber so eigen ist, dass kein Mensch uns so einen für kleines Geld verkaufen wollte, also machen wirs halt selber. Das Werkzeug dafür habe ich inzwischen, fraglich war nur, ob ich damit auch umgehen kann. Tja was soll ich sagen, ich war auch ziemlich überrascht.

Und jetzt mal zu den wichtigsten Akteuren dieses Blogs. Inzwischen haben wir 5 (halbe) Stunden Musikunterricht hinter uns, und sie sind so gut geworden. Ich glaube, bis wir wirklich ein Ständchen spielen können, geht noch etwas Zeit ins Land, aber Tills Schlagzeugsolo mit Gesangseinlagen (ein aus vollem Hals gebrülltes „Avengers!“), war zumindest extrem unterhaltsam. Levi hat sich derletzt beschwert, dass er nur mit Notenvorlage spielen kann, was ja aber auch heißt, dass er Noten lesen kann. Das finden wir schon ziemlich gut für 2,5 Stunden Training. Hier wird der nächste Schritt sein, beidhändig zu spielen. Weihnachten kann kommen.

Geburtstag, also den halben, haben wir auch hinter uns und scheinbar haben wir einen guten Treffer gelandet. Wir feiern den halben Geburtstag, weil es sowohl vom Wetter als auch dem Abstand zu anderen geschenkintensiven Festen passt, und diesmal wollten die Jungs mit allen Gästen in den Kletterpark. Es ist nicht ganz einfach 13 Kindern gleichzeitig über die Schulter zu gucken und notfalls zu helfen, aber mit wenigen Ausfällen lief das ziemlich großartig. 

Das Highlight seit meinem letzten Blog ist aber der große Bruder. Ja, so hat Till das im Kindergarten gefeiert, und musste erstmal erklären, dass das sehr wohl möglich ist. Aber von Anfang an: Levi und Till haben inzwischen ihr Abschiedsfest vom Kindergarten gefeiert, und im Herbst geht es in die Schule. Leider haben wir aber aufgrund erhöhten Andrangs keinen Platz in der Nachmittagsbetreuung bekommen. Da es auch nicht so aussah, als würde sich das Problem lösen, und wir generell vieles anders machen als alle anderen, haben wir nicht auf die Verantwortlichen geschimpft sondern, wie immer ein paar Pläne gemacht. Die Großeltern konnten uns zwar helfen, aber trotzdem hätte es nicht gereicht, alle Wochentage sicher abzudecken, und für die Jungs wäre es sicherlich nicht hilfreich gewesen, jeden Nachmittag in der Woche woanders untergebracht zu werden. Wiebkes Kollegen scheinen hier aber immer ein paar gute Ideen zu haben, und eine war, doch mal über ein AuPair nachzudenken. Also haben wir angefangen, genau das  zu tun. Wir haben theoretisch die Möglichkeit, ein Zimmer zu räumen, Wiebke will spanisch lernen, und ich habe gesagt, dass mir ein Junge lieber wäre, als ein Mädchen. Soweit der Rahmen. Damit ist Wiebke an eine Vermittlung herangetreten, und die hatte direkt jemanden im Kopf. Kurz gesagt, haben wir uns exakt einen AuPair angeschaut, weil wir uns ziemlich sicher waren, was besseres finden wir nicht. Deshalb freuen wir uns jetzt, dass hoffentlich pünktlich zum Schulanfang Kamilo aus Kolumbien zu uns kommt. Der junge Mann skatet, spricht zumindest ein bisschen deutsch (Deutschkurs kommt hier noch dazu) und scheint ein cleverer, aufgeschlossener, und kinderaffiner junger Mann zu sein. 

Deshalb kommt aber un auch mehr Arbeit auf uns zu. Denn Kamilo braucht ein eigenes Zimmer. Da kam nur das Spielzimmer der Jungs in Frage, was erstmal ziemlich viel Unmut brachte, denn Till hatte sich schon eingerichtet, wo all sein Spielzeug stehen wird. Das wollte er jetzt nicht aufgeben, aber dann hab ich ihm mal gezeigt, wieviele Regale in meinem Büro stehen, und dass er all die haben kann. Inzwischen haben wir auch alles Spielzeug umgezogen, und die Regale sind immer noch halbleer. Jetzt haben die Jungs immer noch zwei getrennte Zimmer, aber weiterhin ihr bisheriges Schlafzimmer, und jetzt ein Spielzeuglager direkt davor. Letztlich haben sie etwas Platz eingebüßt, aber mehr Lagerraum gewonnen, und gestern haben wir auch die Schreibtische aufgebaut, und sie wissen jetzt, dass es langsam vorangeht Richtung Schule. Mein Büro ist jetzt in die Bibliothek umgezogen, das Bett von dort ins AuPair-Zimmer und das Spielzeug von dort nach oben, wo natürlich erstmal alle Akten und die unglaubliche Menge an Krimskrams (puh, 7 Jahre „Ich leg das mal hierhin, und räum’s später auf“) wiederum nach unten mussten. Wiebke ist Planerin, ich Logistiker, das war praktisch. War etwas schwierig, weil das neue Spielzimmer vor dem Bad ist, was grad renoviert wird, und damit erstmal der Raum zur Baustelle/Werkzeuglager erklärt wurde. Ich glaub, das Wort dazu von uns war „Zimmer-Tetris“ Aber wenn ich’s schaffe, heute noch das ehemalige Spielzimmer zu streichen, ist erstmal alles gemacht. 

Jetzt haben wir noch eine Woche, und dann sind wir mal weg. Wir haben uns eine Ferienwohnung auf Rädern gemietet, und düsen damit nach Holland. Ich bin sehr gespannt, und freu mich schon drauf, genau wie auch alle anderen hier. Wird auch mal Zeit 😉

Und zum Beweis, dass uns echt nicht langweilig war, Frühling und Sommer in Bildern.

März 28

Lang ists her

Jaja, die liebe Zeit. Aktuell rennt sie uns recht flott davon, und wir haben alle Hände voll zu tun. Noch nichtmal zu Weihnachten gab die Zeit her, dass man sich mal ruhig an einen neuen Eintrag setzt, und manchmal hab ich auch schlicht nicht daran gedacht. Es ist aber auch an allen Fronten irre viel passiert, wovon mir wahrscheinlich gleich nur die Hälfte einfällt.

Zu Weihnachten endlich hat Levi nun sein neuen Keyboard bekommen. Im Moment ist die Autoplay-Funktion noch der wichtigste Knopf. Allerdings haben wir nach anderthalb Jahren Musiki-Früherziehung jetzt den nächsten Schritt gewagt und ab Mai bekommt Levi Unterricht am Keyboard, Till am Schlagzeug. Damit sollten wir bis Weihnachten so weit sein, dem Weihnachtsmann ein Konzert angedeihen zu lassen. Freiwillige dürfen sich gerne ab sofort bei uns melden 🙂

Seit letztem Jahr sind wir in der Planung, die letzten Räume soweit in Schuss zu bringen. Das hat jetzt auch ganz schön viel Zeit gefressen, da Handwerker scheinbar inzwischen ihre Kunden aussuchen können und nicht umgekehrt. Aber es geht voran. Zwar musste ich dafür erst mit unserer Holzleiter in der Bibliothek zusammenbrechen, aber jetzt ist dort die Leiter neu, das Licht auch und Wiebke, hat zu Ihrer Ankleide jetzt noch ein externen Schuhzimmer bekommen. Das war der letzte Raum, der bisher ohne Funktion war. Das lag auch ein bisschen daran, dass ich beim Anbau der Heizlampe für die Jungs (ja genau, das war vor 6,5 Jahren) da Kabel zur Stromversorgung von besagter Kammer angebohrt hatte. Mein Bammel mit Elektrik und die Tatsache, dass ein Hängeregal den Schaden wunderbar verdeckt hat, taten dann ihr übriges zur Verdrängung. Aber jetzt ist es gemacht. Dieses Jahr soll nun noch unser Balkon und das Bad saniert werden. Bad ist wichtig weil die Fließen mit dem Wald-Stillleben wohl schon weiter vor unserem Einzug aus der Mode kamen, Der Balkon aus Massivholz degeneriert gerade massiv und eine Latte ist derletzt abgefallen und hätte fast die Enten erschlagen. 

Was uns sonst noch blockiert hat war die Grippewelle, die uns kollektiv aus dem Rennen genommen hat für fast zwei Wochen. Das wars. Aber jetzt schreib ich ja wieder, also reicht das auch. Womöglich wirds jetzt aber wieder einen Moment dauern. Die monatlichen Berichte sind zwar für alle Beteiligten inklusive mir, sehr praktisch und schön für spätere Fotoalben oder einfach nur, um nochmal zu lesen, was damals so passiert ist, aber es gibt nicht jeden Monat so viel zu erzählen, oder ich komm einfach nicht dazu. Vielleicht reduziere ich auf ein viertel Jahr und schick nur monatlich Bilder online, aber da tüftel ich noch dran.

Nun aber zu den Protagonisten dieses illustren Blogs. Die haben ganz schön Gas gegeben. Wir haben im November gemessen, da waren sie 120 cm groß, nächste Messung am 04.02. ergab 121 cm gestern, also am 27.03 waren es 122 cm. Sie sind also im letzten Monat so schnell gewachsen, wie in den drei Monaten davor zusammen. Das erklärt auch ein bisschen, warum uns alle fragen, was wir den füttern. Till ist da übrigens sehr genügsam im Moment, denn der hat seinen ersten Wackelzahn! Das hat er im Supermarkt rausbekommen, weshalb jetzt auch die halbe Stadt darüber Bescheid weiß, aber wir sinds ja gewohnt. Levi hat noch alles fest im Mund, was ihn bisweilen etwas deprimiert, aber wir argumentieren uns kaputt, damit er die Zeit bis zum Wackelzahn erträgt.

Jetzt ist leider so viel Zeit seit dem letzten Blogging vergangen, dass mir nur noch die Hälfte wieder einfällt. Aber Schule ist ein dickes Thema. Wir haben mit den Jungs Rucksäcke gekauft, und im Direktvergleich ist der große Unterschied, dass man sich mehr um den perfekten Sitz kümmert, als bei einem maßgeschneidertem Anzug, einig sind sich beide Dinger leider im Preis. Naja, nicht ganz, aber wenn man gleich zwei Schulranzen braucht, muss man schon einen soliden Finanzplan haben. Levi ist auch mehr als bereit für die Schule. Es gibt da diese Rätselblöcke. In der Regel ein Ausschlussrätsel, Irrgarten, Farbsudoku oder sowas in der Richtung. Inzwischen fragt er schon gar nicht mehr, was eigentlich die Aufgabe ist, sondern kommt selber drauf, wenn er sich die Bilder anschaut. Auch gut gehen Brettspiele, die wir mögen. Mensch Ärger Dich Nicht, ist da schon irgendwie rausgefallen. Wir sind aktuell bei Brettspielen ab 10 Jahren, sofern die ohne lesen zu können funktionieren. Davon gibt es erstaunlich viele, insbesondere in unserem Haushalt, und wir haben noch viel zu tun.

So… wieder eine Aufgabe erfüllt. Jetzt noch die ganzen Bilder der letzten Monate sichten, und dann sind wir fast wieder im Timing. Mal sehen, ob ich den Rythmus wiederfinde.

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November 21

Der Sommer ist wohl vorbei

Es hat mal wieder etwas länger gedauert, aber es gab auch nicht so viele Bilder (draussen ists zu nass und zu dunkel geworden), dafür mehr als genug zu tun. Durch den Wochenplan sehen wir jetzt auch toll, wie wenig Zeit wir jeden Tag unverplant haben, und so viel ist es gar nicht, die Jungs sind ja dreimal die  Woche unterwegs, Wochenende ist dann sowieso immer viel zu tun, und im Oktober hat ja auch der halbe Klan Geburtstag. Halloween haben die Jungs auch gefeiert, aber das Rumlaufen war seltsam, ich denke, nächstes Jahr machen wir lieber einfach eine Party mit ihren Freunden und gut ists. Da können wir wenigstens andere Kinder erschrecken.

Deshalb werde ich wohl auf einen 2-Monats-Turnus wechsel, weil es auch wesentlich entspannter ist. Zu den Beiträgen kommt ja auch jedes Mal das Sichten der Bilder, Bearbeitung, und Komprimieren hinzu, was alles Zeit braucht. Da ich genau das noch nicht gemacht hab, fange ich mal mit dem Text an und reiche die Bilder nach.

Die Jungs haben mal wieder einen Satz gemacht, wobei wir noch nicht sicher sind, ob alles auch gut ist. Till wird jeden Tag kreativer. Wir wurden im Kindergarten angesprochen, wie toll er seine Fantasie nutzt. Faktisch dürfen weder Erzieher, noch wir zu Hause etwas wegschmeißen, ohne dass er gesichtet hat, ob das in irgendeiner Form gebraucht werden kann. Dabei kommen so einige Sachen raus, bei denen wir echt ratlos sind, wohin damit. Als da wären:

  • der Fernseher mit Fernbedienung am Kabel (gebaut aus Kaffeeboxen, Jogurtbechern und Papierstreifen) 
  • Die Nussknackermaschine (ein DinA2-Blatt vollständig beklebt mit Holzschnipseln und Korken, nur Till weiß, wie sie funktioniert)
  • Die Polizeiausrüstung (gibts es in ungefähr 10 Ausfertigungen, besteht aus Weste, Stopkelle und Pistole, alles aus Papier)
  • Das Osterhasenset (Oberknaller: um die 30 Eierkartons, bestückt mit buntem Bastelmais in jedem Fach, damit natürlich nicht mehr stapelbar – Hurra!)
  • Der Zauberwald (Alle Kartons, die in Reichweite waren, Tannenzapfen als Bäume und die Figuren vom letzten Lebkuchenhaus und – natürlich – eine Flasche Flüssigkleber)

Jetzt hat er uns schon soweit, dass wir eingeeicht sind. Gestern wollte Wiebke unbedacht eine Pappkiste kleinmachen und hielt inne, als sie meinen entsetzten Blick bemerkte, kriegt das Kind heute überreicht, ich bin gespannt was er damit anstellt.

Als Bonus hat Till noch seine Phase überwunden, immer gleich auf Kommando zu weinen, wenn er nicht gleich seinen Willen kriegt. Da hat sich die harte Front wohl gelohnt.

 

Levi hingegen ist im Moment extrem auf Bildschirmspiele aller Art fokussiert. Unserer Meinung ein wenig zu sehr, aber auch das kriegen wir hin. Damit er da einigermaßen einfach klar kommt, habe ich ihm Controller und Steam-Box besorgt, die grad im Angebot waren. Ja nein, eigentlich habe ich mir die selbst zum Geburtstag geschenkt, aber das Kind hat das Gamepad gefunden und wusste direkt, was los ist.

Das Problem ist gar nicht mal direkt das Spielen, das können wir limitieren, was wir auch tuen. Aber der junge Mann hat kein anderes Thema mehr, auch wenn er nicht spielt. Als er dann gestern wach wurde, und der erste Satz um „Blobby“ ging, hab ich mal die Sense ausgepackt, und ihn mal erklärt, dass es so nicht gehen wird. Dabei sei erwähnt, das beide für Argumente durchaus aufgeschlossen sind, und auch diskutieren. Till insbesondere quatscht einen dabei auch mal an die Wand, der ist echt schlau, da müssen wir aufpassen. Wo Till schlau ist, ist Levi klug,der frisst alles, was ich Ihm an Wissen anbiete. Letztlich haben Sie der Mama stolz erzählt, dass wir ohne Bäume nicht atmen können. Das hab ich so nebenbei im Auto erzählt, und dachte, keiner hört zu, tun Sie aber sehr wohl. 

Fazit ist: Sie machen uns bisweilen wahnsinnig, aber wir könnten stolzer nicht sein.

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