Juli 2

So schmeckt der Sommer

Ja wie schmeckt denn der Sommer. Soweit ich das beurteilen kann dieses Jahr massiv nach Staub (zumindest, wenn man gerade die Fließen von einer Wand hämmert) und Holzspähnen (weil ja wahrscheinlich alle hier grad einen Schrank selber bauen). Aber das ist jetzt erstmal erledigt, denn im Moment ist das Bad in Endeinrichtung. Die Bilder dazu hab ich bisher in meiner kleinen Schreinerei abgelegt, zwar hab ich nur kaputtgemacht, aber wenn ich mal den Aufwand sehe, Elektriker, Trockenbauer und Sanitär-Einrichter unter einen Hut zu bekommen, hätt‘ ich’s fast selber machen können. Das hätte dann aber nicht gut ausgesehen, also lass ich dass lieber die Spezialisten machen.  

Zum Thema Holzspähne kommt so viel zusammen in den letzten Wochen. Aus Gründen musste mein Büro umziehen, die Kids wollten einen Saftstand haben und das Projekt Frankenstein ist endlich in der nächsten Phase. Schrankenstein ist ein Schubladenschrank, der aber so eigen ist, dass kein Mensch uns so einen für kleines Geld verkaufen wollte, also machen wirs halt selber. Das Werkzeug dafür habe ich inzwischen, fraglich war nur, ob ich damit auch umgehen kann. Tja was soll ich sagen, ich war auch ziemlich überrascht.

Und jetzt mal zu den wichtigsten Akteuren dieses Blogs. Inzwischen haben wir 5 (halbe) Stunden Musikunterricht hinter uns, und sie sind so gut geworden. Ich glaube, bis wir wirklich ein Ständchen spielen können, geht noch etwas Zeit ins Land, aber Tills Schlagzeugsolo mit Gesangseinlagen (ein aus vollem Hals gebrülltes „Avengers!“), war zumindest extrem unterhaltsam. Levi hat sich derletzt beschwert, dass er nur mit Notenvorlage spielen kann, was ja aber auch heißt, dass er Noten lesen kann. Das finden wir schon ziemlich gut für 2,5 Stunden Training. Hier wird der nächste Schritt sein, beidhändig zu spielen. Weihnachten kann kommen.

Geburtstag, also den halben, haben wir auch hinter uns und scheinbar haben wir einen guten Treffer gelandet. Wir feiern den halben Geburtstag, weil es sowohl vom Wetter als auch dem Abstand zu anderen geschenkintensiven Festen passt, und diesmal wollten die Jungs mit allen Gästen in den Kletterpark. Es ist nicht ganz einfach 13 Kindern gleichzeitig über die Schulter zu gucken und notfalls zu helfen, aber mit wenigen Ausfällen lief das ziemlich großartig. 

Das Highlight seit meinem letzten Blog ist aber der große Bruder. Ja, so hat Till das im Kindergarten gefeiert, und musste erstmal erklären, dass das sehr wohl möglich ist. Aber von Anfang an: Levi und Till haben inzwischen ihr Abschiedsfest vom Kindergarten gefeiert, und im Herbst geht es in die Schule. Leider haben wir aber aufgrund erhöhten Andrangs keinen Platz in der Nachmittagsbetreuung bekommen. Da es auch nicht so aussah, als würde sich das Problem lösen, und wir generell vieles anders machen als alle anderen, haben wir nicht auf die Verantwortlichen geschimpft sondern, wie immer ein paar Pläne gemacht. Die Großeltern konnten uns zwar helfen, aber trotzdem hätte es nicht gereicht, alle Wochentage sicher abzudecken, und für die Jungs wäre es sicherlich nicht hilfreich gewesen, jeden Nachmittag in der Woche woanders untergebracht zu werden. Wiebkes Kollegen scheinen hier aber immer ein paar gute Ideen zu haben, und eine war, doch mal über ein AuPair nachzudenken. Also haben wir angefangen, genau das  zu tun. Wir haben theoretisch die Möglichkeit, ein Zimmer zu räumen, Wiebke will spanisch lernen, und ich habe gesagt, dass mir ein Junge lieber wäre, als ein Mädchen. Soweit der Rahmen. Damit ist Wiebke an eine Vermittlung herangetreten, und die hatte direkt jemanden im Kopf. Kurz gesagt, haben wir uns exakt einen AuPair angeschaut, weil wir uns ziemlich sicher waren, was besseres finden wir nicht. Deshalb freuen wir uns jetzt, dass hoffentlich pünktlich zum Schulanfang Kamilo aus Kolumbien zu uns kommt. Der junge Mann skatet, spricht zumindest ein bisschen deutsch (Deutschkurs kommt hier noch dazu) und scheint ein cleverer, aufgeschlossener, und kinderaffiner junger Mann zu sein. 

Deshalb kommt aber un auch mehr Arbeit auf uns zu. Denn Kamilo braucht ein eigenes Zimmer. Da kam nur das Spielzimmer der Jungs in Frage, was erstmal ziemlich viel Unmut brachte, denn Till hatte sich schon eingerichtet, wo all sein Spielzeug stehen wird. Das wollte er jetzt nicht aufgeben, aber dann hab ich ihm mal gezeigt, wieviele Regale in meinem Büro stehen, und dass er all die haben kann. Inzwischen haben wir auch alles Spielzeug umgezogen, und die Regale sind immer noch halbleer. Jetzt haben die Jungs immer noch zwei getrennte Zimmer, aber weiterhin ihr bisheriges Schlafzimmer, und jetzt ein Spielzeuglager direkt davor. Letztlich haben sie etwas Platz eingebüßt, aber mehr Lagerraum gewonnen, und gestern haben wir auch die Schreibtische aufgebaut, und sie wissen jetzt, dass es langsam vorangeht Richtung Schule. Mein Büro ist jetzt in die Bibliothek umgezogen, das Bett von dort ins AuPair-Zimmer und das Spielzeug von dort nach oben, wo natürlich erstmal alle Akten und die unglaubliche Menge an Krimskrams (puh, 7 Jahre „Ich leg das mal hierhin, und räum’s später auf“) wiederum nach unten mussten. Wiebke ist Planerin, ich Logistiker, das war praktisch. War etwas schwierig, weil das neue Spielzimmer vor dem Bad ist, was grad renoviert wird, und damit erstmal der Raum zur Baustelle/Werkzeuglager erklärt wurde. Ich glaub, das Wort dazu von uns war „Zimmer-Tetris“ Aber wenn ich’s schaffe, heute noch das ehemalige Spielzimmer zu streichen, ist erstmal alles gemacht. 

Jetzt haben wir noch eine Woche, und dann sind wir mal weg. Wir haben uns eine Ferienwohnung auf Rädern gemietet, und düsen damit nach Holland. Ich bin sehr gespannt, und freu mich schon drauf, genau wie auch alle anderen hier. Wird auch mal Zeit 😉

Und zum Beweis, dass uns echt nicht langweilig war, Frühling und Sommer in Bildern.


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Veröffentlicht2. Juli 2018 von Tino in Kategorie "Familie

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