Oktober 1

Wir sind Speed!

Mal wieder ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit.

Als die Jungs zwei Jahre alt waren, lief Einkaufen folgendermaßen ab:

  • Parken,
  • einer holt zwei Wagen,
  • Kinder in den beißfesten (weil aus Stahlstangen) Sitz,
  • rein in die Bude,
  • Einkaufsliste durchackern,
  • bezahlen,
  • raus,
  • einladen,
  • fertig.
  • Womöglich ein wehmütiger Blick zu größeren Kindern, die schon handfeste Kommunikation mit ihren Eltern führen, wo wir grad erst vom Kinderarzt angezählt wurden, weil unsere Jungs kaum reden. Falls die Eltern das merken: Ernten des fassungslosen Blickes mit dem Flackern von Irrsinn hinter den Augen, wie wir sowas nur gut finden können.

 

Zweieinhalb Jahre später:

  • Parken,
  • Befehl zum Abschnallen durch die Karre gebrüllt,
  • einer holt einen Wagen,
  • der zweite versucht dafür zu sorgen, dass die Kinder nicht direkt tot gefahren werden, sobald man die hintere Tür aufmacht und sie rausstürmen,
  • kurze knackige Diskussion, warum man den nicht mehr in den Sitz am Wagen darf,
  • Erklärung, was das Wort Maximallast bedeutet,
  • erklären, warum Mama sich auch manchmal selber Blumen aussuchen will, während Mama selber Blumen aussucht
  • Zurückstellen der Nutella, da schon drei Gläser auf Vorrat daheim stehen
  • Kinder am Donut Aufsteller vorbeizerren, weil die von letzter Woche noch unberührt im Kühlschrank liegen.
  • Zwischen den Kühltheken das Versteck-/Fange-/wer-kann-lauter-Spiel mit klarer Ansage und Androhung von Repressalien (Fleischwurstentzug) unterbinden.
  • nochmal
  • und nochmal
  • Repressalien durchsetzen
  • Kind eins ins Auto bringen, dabie das Todesgeschrei durch Ruhe zurückfahren (funktioniert nicht) und möglichst freundlich gucken, damit Umstehende nicht augenblicklich Polizei, Jugendamt und Katastrophenschutz heranzitieren
  • Kind zwei zum Auto bringen, weil es nicht ohne Kind eins Einkaufen will. Wache und weiteren Einkauf unter den Mündigen aufteilen.
  • Versuchen, den Tag zu retten und den Hobbits in Ruhe die Möglichkeiten erklären, unter Auschluss sämtlicher Ideen die mit mehr als 80 dzb einhergehen.
  • Rückführung zum Supermarkt
  • Diskussion, wie viel jeder jetzt aussuchen darf, und warum das große Barbiehaus nicht drin ist, weil das doch „eine“ Sache ist.
  • An der Kasse kläglich und resigniert schauen, wenn das Kind sich bei dem Kunden davor elegant zwischen Hand und EC-Tastatur schiebt, um ja nix zu verpassen.
  • Einräumen
  • Den Kindern die Kaubonbons von der Kassiererin zugestehen, um das Armageddon abzuwenden.
  • Zahlen
  • Nur schnell raus hier

Also gar nicht so wild. Wir glauben ja, dass schlicht mehr Energie in den 20 Kilo Mensch gespeichert wird, als im Laufe des Tages verbrannt werden kann. Ausflüge zum Stock-Car-Rennen, Kindergeburtstag in der Spielhalle, Scatecontest, Kerb, Uri Geburtstag und sowieso dazwischen Gerenne, Trampolin und Spielzimmer haben alle nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Meistens merken wir ja gar nicht, wie voll der Akku noch ist, weil die Jungs den selektiv verbrauchen, sehr gerne offensichtlich im Supermarkt.

Aber so isses halt, und natürlich gibt es auch positives. Till will zu jeder nur möglichen Gelegenheit Kuscheln, beide haben miteinander Streit, aber diskutieren inzwischen auch miteinander. Levi kann Lego nach Plan bauen und malt super gerne. Beide basteln bgerne und viel, und leider stehen beide auch wahnsinnig auf dem Fernseher, aber welches Kind tut das nicht.

Schwer zu beschreiben, aber wir haben Sie unendlich lieb. Und wenn man sich in schwierigen Zeiten unser Familienmotto aufsagt, gehts auch schnell wieder 😉

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Veröffentlicht1. Oktober 2016 von Tino in Kategorie "Familie

1 COMMENTS :

  1. By Mella on

    Es gibt Zeiten, da beneide ich euch wirklich nicht. Aber ihr macht das toll. Und hey, irgendwann wird es besser. Dann wollen sie gar nicht mehr mit einkaufen kommen. Das ist dann wieder richtig entspanntes Einkaufen 😀

    Antworten

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