Mai 16

Lanzarote

Wenn man mit vier eigenständig denkenden Individuen einen Urlaub plant, ist das vielleicht kein Tanz auf der Rassierklinge, aber zumindest nicht ganz einfach. Nachdem die Jungs uns auf dem Weg zum Wellenbad gefragt haben, was denn Wellen seien, war aber dieses Jahr die Richtung schon mal klar. Meer, Strand, und Piloten-Enkel müssen gefälligst auch mal geflogen sein. Wiebke ist jetzt nicht der größte Fan von Sonne (weil erklärter Erzfeind ihrer Haut) und Cluburlaub (weil Touries manchmal noch anstrengender als die Sonne sind), andererseits will das angelernte Spanisch auch genutzt werden, also kam der spanische Teil der Welt in den Fokus. Kuba ist noch zu weit weg (außer die Kinder sitzen hinten im Flieger und ich vorne), auf dem Festland ist es vor der Hauptsaison noch zu kalt, also Kanaren. Letztlich hat Lanzarote dann gewonnen, weil das Wasser dort schon am wärmsten war. Als Kompromiss musste das Hotel dann aber in Laufweite zum Strand als auch zu diversen Gastronomien liegen, und damit auch Halbpension, schließlich wollten wir ja auch raus (was echt wichtig ist).

Gefunden haben wir dann schließlich auch eins, lustiger weise das einzige Hotel auf der ganzen Inselkette, das ich schon kenne. Aber bevor mir einer das Klischee um die Ohren haut: ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern,, wie das Hotel aussah, und die haben alles umgebaut, denn beim letzten Besuch war ich so 14 Jahre alt. Im Nachhinein haben wir damit auch eine echt gute Wahl getroffen, denn wir hatten gefühlte 10 Tapas-Bars in Laufreichweite und genauso viel Autovermietungen, wodurch wir uns den besten Preis aussuchen konnten. Die Leute im Hotel waren absolut super, lediglich die Drinks haben sie mir hin und wieder geklaut, weil durch die vielen Armbändchen (All Inclussive) der Gedanke „die holen sich dann sicher gleich nen neuen, kost ja nix“ zu fest gesessen hat. Aber auch da haben wir unsern Weg gefunden. Die Animateure haben sich größte Mühe mit den Kids gegeben, die das auch echt super fanden. Auf dem Rückflug hatten wir deshalb auch 1 Kilo Gebasteltes aus Papier dabei, quasi eine Krone für jeden Tag… und jede Gelegenheit. Schlumpfhut, Früchtekrone, Superheldenverkleidung… der Rest fällt mir schon nicht mehr ein. Das riesige Gänseblümchen ist übrigens Daisy, das Hotel-Maskottchen. Till mochte die ziemlich gerne, auch wenn er am Tag zwei ankam, und mir ganz heimlich offenbart hat, dass das gar keine echte Blume ist, sondern ein Mensch. Auf den Schock musste ich dann bei den Mittags-Hotelspielen mitmachen, um da nen Cocktail zu gewinnen. Hat ganz gut geklappt, mir war aber auch echt nicht klar, wie weit ich einen Eiswürfel spucken kann.

Um dem Lagerkoller entgegen zu wirken (da gibts echt Leute, die drei Wochen lang nicht vor die Tür gehen, verrückt!), sind wir mal fünf Tage über die Insel getuckert. Wenn man nicht jedes kleine Detail sehen will, reicht das auch, denn wir waren fast in der Mitte, und in jede Richtung hat es nicht länger als 45 Minuten bis zum Meer gedauert. Im Norden gibts leckeren Fisch, und eine schöne Bucht zum Baden. Dort haben Till und Levi zum ersten Mal Ebbe und Flut in Aktion gesehen. Wir waren grad da, als die Flut zurückging, und die Sandburg , die wir direkt am Wasser gebaut haben, war bei Abfahrt gute 10 Meter von der Wasserkante entfernt. Ansonsten gibts da am Nordkap (Orzola) sehr leckeren Fisch, im Südkap (Playa Blanca) aber auch, wo wir uns dann auch mal die Vulkane angeschaut haben. Vulkane sind auf Lanzarote sowieso sehr präsent, die ganze Insel sieht aus wie aufgehackter Baugrund, weil auf den Lavasteinen nicht allzu viel wächst, besonders nicht bei dem vorherrschendem Wetter von Sonne, Sonne und Wolken, Sonne und Wind, und hin und wieder mal ein Tornado. Der eine Tornado, welcher laut der Ansässigen nur einmal alle sieben Jahre vorkommt, ist während unserer Rundfahrt im Süden dann auch mal zu Besuch gekommen, und hat die Gegend um unser Hotel inklusive des Pool mächtig verwüstet. War für uns kein großes Drama, und die Jungs sind hervorragende Katastrophentouristen. Die wollten alles sehen, die Feuerwehr, die das Nachbarhotel wieder leerpumpen musste und den Strand, auf dem allerlei seltsame Sachen in Meer gespült wurden durch den Fluss, den es wohl auch nur alle sieben Jahre gibt. Familienfreundlicher Extremtourismus für zwei Tage, dann war alles wieder im Lot.

Alles in allem hatten wir eine super Zeit. Nächstes Jahr brauchen wir dann einen See, denn jetzt wollen Till und Levi Schlauchboot fahren. Das kriegen wir doch hin!

 

April 10

Frühjahrs-Zerstörungs/-Wiederaufbau/-Putz

So ein Haus macht Arbeit, wissen ja alle, aber die Produktion an Sperrmüll, darüber redet keiner. Wir haben durch den Umbau der Terrasse, die alten Zäune aus dem Wohnzimmer und der alte Spielplatz samt Baumhaus einen ordentlichen Stock aus alten Brettern, die wir eigentlich seit Jahren per Container entsorgen wollen. 

Jetzt kam aber Till darauf, dass er unbedingt ein Feuerwehrauto haben wollte. Das hab ich erstmal abgelehnt, weil ich nicht mal eben einfach so ein Auto für mein Kind kaufe. Also hab ich ihm gesagt, um ein Auto zu bauen, brauch ich mehr Holz. Till ist ein sehr schlauer Junge, und seine Pläne sind keine Luftschlösser mehr, also wenn er sich was wünscht, dann wünscht er sich das so lange bis er es hat (Schlagzeug!). Also hat er den Bollerwagen genommen, und angefangen, den mit Holz vollzuladen, was er in der Garage oder Werkstatt gefunden hat. Da kam mir dann die Idee, dass wir eigentlich genug Holz haben, und wir haben gebaut. Levi hatte dieser Tage dann auch in einem verwegenen Kletterunfall unser Schuhregal  zu Kleinholz verarbeitet, also konnte ich gleich noch etwas mehr Holz loswerden. Super Sache, und das neue Regal passt sowieso viel besser in den Raum. Das ist übrigens grad irgendwie hipp und nennt sich „Upcycling“, wir sind also trendy. Wohoo!

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Im März war der Garten unser Sorgenkind. Wiese im Eimer nach den Kanalarbeiten, alle Hecken zu groß, überall Unkraut. Das haben wir jetzt drei Wochenenden lang bearbeitet, und irgendwie sind wir immer noch nicht fertig. Achja, oben steht ja was von Zerstörung: wir haben unseren Bachlauf  wieder eingeebnet, und was bleibt, ist ein Riesenloch. Wiebke liest sich aber gerade schlau, wie das mit Laufenten im Garten so läuft (das Wortspiel musste ich mitnehmen), weil die gerne Nacktschnecken essen und davon haben wir wirklich reichlich. Jetzt haben wir in einem Nebensatz mal erwähnt, dass man das Loch in einen Teich für die Enten verwandeln könnte, was wohl bei den Jungs suggeriert hat, dass wir auf jeden Fall gleich morgen Enten kaufen gehen. Nunja, Übergangslösung sind zwei Kinderschaufeln aus dem Baumarkt, und die Freigabe, jederzeit den Dreck im Erdloch von links nach rechts und wieder zurück schaufeln zu dürfen. Notiz an mich: Plan entwickeln, Kinderenergie sinnvoll zu kanalisieren.

Wohl fast der genialste Event war der Besuch mit Oma Katrin bei der Idsteiner Polizei (Danke Hattun!). Die Bilder sind großartig und Till wird das so schnell nicht mehr vergessen. Das sind jetzt offizielle Kinder-Kommissare, die können sich sogar ausweisen!

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März 5

Fasching

Ich hab frecherweise mal die Faschingsbilder reingemogelt, da ich den Februar total vergessen habe. Eigentlich war die Aufgabenstellung total klar: „Kinder, das Thema ist Dschungel, was wollt ihr denn für ein Kostüm haben?“

„Krokodil!“

„Feuer!“

Ja, gut, ok… Kriegen wir hin. So beim Basteln hat sich Levis Idee (Feuer) als super entpuppt, denn so ein Kostüm hat schonmal sonst keiner. Übrigens sahen auch alle Krokodil-Onesuits nicht halb so schick aus wie Till in voller Montur. Gebastelt haben wir zwei Tage lang dran, aber es hat sich gelohnt. Nur traue ich mich nicht, das Zeug zu waschen, was dringend nötig wäre, aber wahrscheinlich alles in Flusen verwandelt.

Februar 24

Endlich mal Winter

Ich weiß, ich weiß. Ich bin mal wieder zu spät dran für den monatlichen Blog, aber dafür ist auch viel passiert. Wir waren alle mal dolle krank, das hat total Spaß gemacht (eigentlich nicht, aber dafür warn wir letztes Jahr extrem gesund), dann hab ich das versprochene Video soweit fertig und muss es nur noch rendern und hochladen, davor hab ich ein Gespräch mit meinem Provider, weil mir der Platz ausgeht, um sowohl das Video, als auch Bilder hochzuladen. Andererseits möchte ich aber auch nichts löschen, denn wenn uns jemals das Haus bis auf die Grundmauern niederbrennt, ist diese Seite die letzte Bastion, die noch alle Bilder der letzten fast 8 Jahre beinhaltet (wow, so lange mach ich das schon?). Zuguter Letzt wurde die Bildergalerie überholt, da die Masse an Bildern einfach zu unübersichtlich wurde.

Was auch noch ein wenig Zeit (und desweiteren eine große Portion Nerven sowie eine nicht unerhebliche Zahl hörbarer Frequenzen) geraubt hat, ist unser neuestes Zimmer im Haus. Da der Weihnachtsmann so generös war, und Tills größten Wunsch erfüllt hat, mussten wir ein Musikzimmer einrichten, den niemand will ein großes Schlagzeug (4 Becken, Highhat, zwei Snaredrumms, 2 Basedrums, Pauke, ja echt groß!) im Wohnzimmer haben, alos wurde der einzige innenliegende Kellerraum geräumt, was durchaus eine gute Idee war, denn da standen noch drei unberührte Umzugskartons, die jetzt endlich entsorgt sind. Die Jungs haben da jetzt alles, zum Musik, oder Krach machen, natürlich auch mit Gehörschutz, der verpflichtend bei Betreten angelegt wird. Danke an Daniel und Rainer für die Unterstützung mit weiteren Lichtern und Instrumenten, bald sind wir eine Punkband!

Das Jahr find schon mal super an. Ich hab den Jungs für unseren Sylvesterulaub Schnee versprochen. Der kam auch, allerdings erst eine Stunde vor unserer Abfahrt, was den Abschied zu einem mittelschwerem Drama verwandelt hat. Dafür haben wir aber mal unsere Schlitten den Feldberg runtergejagt, was super war, denn Till hat sich kaputtgelacht wenn er in den Graben gefahren ist, und Levi ist Meister des Lenkschlittens, was mir nicht bewusst war. Der fährt mich später durch die Gegend! 

Vor diesem Ausflug gabs mein persönlichen Highlight des Monats, Uri hat Ihren 90ten Geburtstag gefeiert, Opa Rainer auch, was einen ordentlichen Teil der Familie nach Bremen gebracht hat. Wir dachten uns, die Gelegenheit wäre gut, mal einen Fotograf zu beauftragen. Das wir im bremer Parkhotel so eine geniale Kulisse dazu haben würden, war nicht erwartet, aber wenn ich mir das Ergebnis anschaue, summe ich immer die Titelmelodie von Denver-Clan. 

Die Herren des Klans haben dann noch Ihr Weihnachtsgeschenk eingelöst und jetzt können wir alle grillen (ja, konnten wir vorher auch, aber jetzt mit Schürze!). Schön wars allemal, danke dafür!

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Januar 11

Mit dem Partybus quer durchs Land

Frohes Neues Jahr!

Es ist eine Weile her, seit dem letzten Blog, aber ich kam einfach nicht dazu, das ganze Material mal zu sichten, und etwas zu schreiben. Wird gerade in diesem Moment (also für mich) nachgeholt. Es war aber auch echt viel los, wobei die Bilder erstaunlich wenig davon belegen, was ich jetzt mal frech auf widrige Lichtverhältnisse und damit erhöhter Ausschussquote schiebe. Dafür kann ich aber jetzt schon mal ankündigen, dass es bald mal wieder ein Video gibt, aber auch das kann noch etwas dauern. Ich habe in fünf Jahren danke Smartphone und GoPro unglaublich viel Videomaterial gesammelt, was jetzt erstmal irgendwie passend zusammen geschnippelt werden muss.

Im November haben wir mit Halloween, Lichterfesten, St. Martins-Umzug und Kerb hessenweit mehr als genug zu tun gehabt. Da ich ja nun fast freiwillig im Elternbeirat sitze, sind so ein paar Pflichten dazu gekommen, aber das geht alles. Ich darf nicht über die Arbeit reden, aber mit dem Wissen, dass es immer einen Anteil Weltfremder oder im Zweifel einfach nur Dagegen-Sein-Typen gibt, bin ich ganz froh, dass der Anteil derer in meiner Praxis relativ niedrig ist. Im Zuge der Integration in Nauheim auch absolut super, denn irgendwie grüßen mich jetzt doppelt so viele Leute. Da ich davon ausgehe, dass nur vernünftige Leute überhaupt lesen, was ich hier so schreibe, deshalb ein bisschen Werbung. Macht die Arbeit im Beirat, entweder man bewegt was,, oder bremst, was nicht fahren sollte, und wenn alles nicht funktioniert, hat man wenigstens am Ende was gelernt. Bei uns läuft das super, was bin ich froh darum 🙂

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Dezember war halt, was bei uns ein Dezember so ist: viel Vorweihnachtszeit, Party am Adventskalender (wobei die Jungs hochinteressiert die Tage gezählt haben, und jetzt einen eigenen Kalender im Zimmer haben, auf dem Sie sehen können, was so passiert: Musikschule, Turnen, Wochenende). Im Moment ist übrigens Levi mal wieder der Vernünftigere. Manchmal glaub ich’s kaum, aber das wechselt ziemlich oft. Da gibt es dann so Momente, wo wir uns fragen, ob das denn jemals aufhört, und zack, ist alles gut. Dafür muss dann natürlich der andere, in diesem Fall also Till, das logische Denken für eine Weile in den Urlaub schicken. Auch die Ausprägungen sind schon sehr unterschiedlich. Wenn  Till seine 5 Minuten hat (im übrigen zumeist, weil ihm die zeitliche Reihenfolge von Arbeit und Belohnung nicht passt), ist der Hinweis, dass es hysterisches Geschrei eher schlimmer als besser macht, zwar gehört, aber dann auch ignoriert.  Das führt natürlich dazu, wenn die Erkenntnis hereinschwappt, dass es jetzt noch weniger zu holen gibt, dass die Spirale sich weiterdreht, und am Ende steht er ausgetrocknet und mit leeren Händen da. Das zerreist einen dann schon, aber Schwäche zeigen hilft da nicht so viel, eher führt das direkt in eine Kurzzeit-Amnesie, und würde all den Kummer der letzten dreieinhalb Minuten wieder völlig vergessen machen. Also aufrecht hinstellen und die Tür zum Raubtiergehege mit Karacho wieder aufreißen für die nächste Schlacht. Wo man Till in so einer Phase eventuell noch mit Argumenten einfangen könnte, ist bei Levi nichts mehr zu holen. Wenn er loslegt, dann hilft eigentlich gar nichts so richtig, und am ehesten hilft wohl, mir adäquaten Gehörschutz in seiner Nähe bleiben. Entfernung erhöht die Hysterie nur. Geht nicht immer, dann schreit er auch mal alleine, laut und lange, aber das ist dann die Abwägung zwischen Nervenzusammenbruch der Eltern und kindlichen Wohlbefinden.

Aber gut, eigentlich war das schon ok, oder wir haben uns dran gewöhnt. Wichtig war für die Jungs der Monat natürlich, weil Weihnachten war, und da haben die Kinder mächtig abgesahnt. Das führte kurz gesagt auch dazu, dass ich endlich mal gezwungen war, den Keller etwas aufzuräumen, denn im einzigen Raum mit nur einer halben Außenwand haben wir jetzt ein Musikzimmer. Es ist aktuell aber eher… nein anders: Die Jungs haben dort nur Aufenthaltserlaubnis mit Hausschuhen und Gehörschutz. So ein Schlagzeug ist unglaublich laut, aber da ich nun stolzer Besitzer einer Handkreissäge bin (danke Weihnachtsmann), werde ich den Raum mal schick verkleiden. Till wollte dann auch gleich noch ein Polizeizimmer haben (ein Zimmer, wo seine selbstgebastelten Papierpistolen, Westen, Mützen und sowieso alles, was irgendwie mit Polizei zu tun hat, also auch die Schaffnerkelle), aber das wurde abgelehnt, was uns wieder zum letzten Absatz bringt :), drei Zimmer für zwei Kinder sind genug. Zumal das Spielzeug ja im Wohnzimmer verteilt liegt.

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November 7

Highscore

Fakt ist: unsere Kinder feiern mehr als wir. In den letzten Wochen haben wir es auf zwei Parties gebracht. Die Jungs haben in der gleichen Zeit so ungefähr 10 abgerissen. Der Oktober ist voller Geburtstage und jeder einzelne wird ordentlich gefeiert. Dazu noch Kerb in allen erreichbaren Städten und schon ist der Terminkalender voll. Dann kommt noch, dass in der Woche fast durchgehend Party ist, entweder haben wir zwei Kids zu Besuch, oder die Jungs sind irgendwo zu Besuch und nen Bagger hatten wir auch im Garten, der uns den Kanal neugemacht hat, also einen Tag supertolle Gräben im Garten in denen man dufte rumlaufen kann.

Vielleicht liegt es an der Masse an Eindrücken, aber beide haben wieder einen Sprung gemacht. Till kam letztlich mit einem Bild nach Hause, auf dem unser Urlaub gemalt war, mit allen Tieren, der ganzen Familie, und dem Bauern, bei dem wir gewohnt haben. Dass er überhaupt noch den Namen wusste, fand ich schon gut, aber das Bild war auch von Ihm, was insofern bemerkenswert ist, dass vorher alles Gemalte eine Auswahl an Farben war, die kreuz und quer oder rundherum gekrakelt wurden. Jetzt sehen mit einem Schlag alle Bilder so aus, also nicht genauso sondern ich erkenne was das Kind malt.

Levi malt schon länger so aber hat währenddessen gelernt, dass man viel weiter kommt wenn man freundlich fragt. Ich spring auch aus Reflex, wenn der Satz anfängt mit „Bist Du bitte so nett und…“. Manko bleibt, dass er Sätze anfängt und dann merkt, dass er das Ende vergessen hat, aber hey, wir können uns auch nicht um alles kümmern.

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Oktober 1

Wir sind Speed!

Mal wieder ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit.

Als die Jungs zwei Jahre alt waren, lief Einkaufen folgendermaßen ab:

  • Parken,
  • einer holt zwei Wagen,
  • Kinder in den beißfesten (weil aus Stahlstangen) Sitz,
  • rein in die Bude,
  • Einkaufsliste durchackern,
  • bezahlen,
  • raus,
  • einladen,
  • fertig.
  • Womöglich ein wehmütiger Blick zu größeren Kindern, die schon handfeste Kommunikation mit ihren Eltern führen, wo wir grad erst vom Kinderarzt angezählt wurden, weil unsere Jungs kaum reden. Falls die Eltern das merken: Ernten des fassungslosen Blickes mit dem Flackern von Irrsinn hinter den Augen, wie wir sowas nur gut finden können.

 

Zweieinhalb Jahre später:

  • Parken,
  • Befehl zum Abschnallen durch die Karre gebrüllt,
  • einer holt einen Wagen,
  • der zweite versucht dafür zu sorgen, dass die Kinder nicht direkt tot gefahren werden, sobald man die hintere Tür aufmacht und sie rausstürmen,
  • kurze knackige Diskussion, warum man den nicht mehr in den Sitz am Wagen darf,
  • Erklärung, was das Wort Maximallast bedeutet,
  • erklären, warum Mama sich auch manchmal selber Blumen aussuchen will, während Mama selber Blumen aussucht
  • Zurückstellen der Nutella, da schon drei Gläser auf Vorrat daheim stehen
  • Kinder am Donut Aufsteller vorbeizerren, weil die von letzter Woche noch unberührt im Kühlschrank liegen.
  • Zwischen den Kühltheken das Versteck-/Fange-/wer-kann-lauter-Spiel mit klarer Ansage und Androhung von Repressalien (Fleischwurstentzug) unterbinden.
  • nochmal
  • und nochmal
  • Repressalien durchsetzen
  • Kind eins ins Auto bringen, dabie das Todesgeschrei durch Ruhe zurückfahren (funktioniert nicht) und möglichst freundlich gucken, damit Umstehende nicht augenblicklich Polizei, Jugendamt und Katastrophenschutz heranzitieren
  • Kind zwei zum Auto bringen, weil es nicht ohne Kind eins Einkaufen will. Wache und weiteren Einkauf unter den Mündigen aufteilen.
  • Versuchen, den Tag zu retten und den Hobbits in Ruhe die Möglichkeiten erklären, unter Auschluss sämtlicher Ideen die mit mehr als 80 dzb einhergehen.
  • Rückführung zum Supermarkt
  • Diskussion, wie viel jeder jetzt aussuchen darf, und warum das große Barbiehaus nicht drin ist, weil das doch „eine“ Sache ist.
  • An der Kasse kläglich und resigniert schauen, wenn das Kind sich bei dem Kunden davor elegant zwischen Hand und EC-Tastatur schiebt, um ja nix zu verpassen.
  • Einräumen
  • Den Kindern die Kaubonbons von der Kassiererin zugestehen, um das Armageddon abzuwenden.
  • Zahlen
  • Nur schnell raus hier

Also gar nicht so wild. Wir glauben ja, dass schlicht mehr Energie in den 20 Kilo Mensch gespeichert wird, als im Laufe des Tages verbrannt werden kann. Ausflüge zum Stock-Car-Rennen, Kindergeburtstag in der Spielhalle, Scatecontest, Kerb, Uri Geburtstag und sowieso dazwischen Gerenne, Trampolin und Spielzimmer haben alle nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Meistens merken wir ja gar nicht, wie voll der Akku noch ist, weil die Jungs den selektiv verbrauchen, sehr gerne offensichtlich im Supermarkt.

Aber so isses halt, und natürlich gibt es auch positives. Till will zu jeder nur möglichen Gelegenheit Kuscheln, beide haben miteinander Streit, aber diskutieren inzwischen auch miteinander. Levi kann Lego nach Plan bauen und malt super gerne. Beide basteln bgerne und viel, und leider stehen beide auch wahnsinnig auf dem Fernseher, aber welches Kind tut das nicht.

Schwer zu beschreiben, aber wir haben Sie unendlich lieb. Und wenn man sich in schwierigen Zeiten unser Familienmotto aufsagt, gehts auch schnell wieder 😉

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September 1

Urlaub im Siegerland

Urlaub auf dem Bauernhof. Leute, wenn ihr Kinder habt, macht das! Ist keine Ganztages-Animation, aber die Kinder lernen so viel. Wir hatten eine Wohnung von schlappen 110qm Genug Schlafzimmer um auch noch Freunde reinzulassen, einen Spielplatz direkt vor der Tür. Hühner, die uns im Akkord Frühstückseier legen mussten.

Ja und überhaupt: alles Gute an UNS! Losgefahren sind wir an unseren 7ten Hochzeitstag, folglich ist das verflixte siebte Jahr rum, und wurde ohne Komplikationen bewältigt.

Ich hab ja erstmal Regenklamotten und Gummistiefel für alle eingepackt, weil meine Erwartungshaltung war, dass wir zum Klo quer über den völlig zermatschten Hof laufen müssen. Die Stiefel haben wir gar nciht ausgepackt, weil der Bauer zwar noch jede Menge Felder hat, sich aber auf Touries spezialisiert hat, und seinen Hof ziemlich gut in Schuss gehalten hat. Viel Wiese, kein Krach, eine Straße, die nur von einem der 8 Einwohner oder Cafégästen befahren wurde. Das war schon sehr urlaubig. Hövels im übrigen liegt zwischen den unwesentlich bekannteren Städten Wissen (12 Tage lang Witze um das Wort Wissen…) und Freudenberg (die bisher schönste Fachwerkstadt, die ich gesehen hab, aber trotzdem Mist ist, weil die Leute da noch die Reichsdienstflagge im Garten wedeln lassen) und ist ein kleines Dörfchen, wobei wiederum Oberhövels aus 8 Häusern bestand und abgesehen von 5 großen Hunden beim Nachbarn inruhigster Lage angesiedelt ist. Direkt vor der Tür unserer Ferienwohnung hatten wir Sandkasten, Schaukel und Fußballplatz, wo ich mir die Rückenschmerzen von den traditionell zu kurzen Betten wieder rausgespielt habe.

Wenn es zu langweilig wurde, sind wir halt zu einem anderen Spielplatz gefahren, indoor wie outdoor. Vogel- und Affenpark in Reichweite haben das Programm dann komplett gemacht. Alles in allem, ein superschöner Urlaub für schmales Geld, und ich hab jetzt einen Dachträger um unser sowieso schon hyperfexibles Autochen in einen Galactilus Prime zu verwandeln (jaja, Insider 🙂 )

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